Prof. em. Dr. Dr. Dres. h.c. Michael Welker - Informationen

Lehrveranstaltungen
Themenschwerpunkte in Forschung und Lehre
Herausgebertätigkeiten
Lebenslauf

I. Lehrveranstaltungen

 

Kolloquien für Doktorandinnen und Doktoranden n.V.

Projekt „Orientierungswissen: Glauben“

Prof. Welker mit Profs. Konradt, Lampe, Oeming, Eurich und Schoberth

Das Projekt „Orientierungswissen: Glauben“ ist ein in Deutschland einzigartiges Wissenschafts-Praxis-Projekt. Alle zwei Jahre findet eine Einführungsveranstaltung in Heidelberg statt. Mehrere Teams von je zwei oder drei Pfarrerinnen und Pfarrern aus verschiedenen Landeskirchen kommen nach Heidelberg, um zusammen mit Professoren der Theologischen Fakultät ein zentrales theologisches Thema (z. B. Sünde, Auferstehung) zu erarbeiten. Die Teams bilden nach diesem Treffen Regionalgruppen (mittlerweile bereits aus sieben verschiedenen Landeskirchen), die mit jeweils ca. 8-12 Teilnehmenden eigenständig weiterarbeiten. Im Verlauf von 12-18 Monaten entwickeln die Regionalgruppen Formen, mit denen sie ihre Erkenntnisse in unterschiedliche Kontexte hinein öffentlich einbringen.

Das nächste "Orientierungswissen: Glauben" findet am 27. und 28. Juni 2014 in Heidelberg unter dem Thema "Schöpfung und Neuschöpfung" statt.

 

II. Themenschwerpunkte in Forschung und Lehre

 

1. Biblische Theologie

Schöpfungslehre, Christologie, Pneumatologie, Anthropologie, Eschatologie, Gesetz und Evangelium

Seit den 80iger Jahren hat sich vor allem in Deutschland und in Nordamerika eine interdisziplinäre und interkonfessionelle Zusammenarbeit entwickelt, in deren Zentrum das Projekt einer ‚Biblischen Theologie’ steht. Die neueren Ansätze lösen sich dabei von früheren Versuchen, eine einzige Form – z. B. den Personalismus, die existentialistische Interpretation, die Sozialkritik – oder ein einziges Thema – z. B. Versöhnung, Bund, Gottesherrschaft, Heiligkeit Gottes – als ‚die’ Form oder ‚den’ Inhalt der biblischen Überlieferungen herauszuheben. Es handelt sich also um bewusst pluralistische Ansätze, die die verschiedenartigen biblischen Überlieferungen mit ihren kontinuierlichen und diskontinuierlichen, miteinander verträglichen und miteinander nicht direkt vermittelbaren Erfahrungen von Gott und Erwartungen an Gott ernst nehmen. Dem entspricht eine veränderte Wahrnehmung des biblischen Kanons. Die Zeugnisse von Gottes Gegenwart als Schöpfer, Geist und in Gestalt des Gekreuzigten und Auferstandenen sowie die Gottesbilder, die diesen Zeugnissen entspringen, folgen nicht einer dominanten Leitabstraktion, einer alles umfassenden ‚Idee von Gott’ als Subjekt, Substanz, Sein o. ä.; vielmehr erscheinen sie von Anfang an in den differenzierten Form- und Imaginationszusammenhängen von Gesetz, Prophetie, Weisheit und Evangelium. Nur wenn sich die Theologie der kanonisch strukturierten Vielfalt des Denkens und Redens von Gott bewusst wird, ist sie in der Lage, das Gewicht und die Orientierungskraft ihrer komplexen Themen und Begriffe wieder zur Geltung kommen zu lassen, die von ‚natürlichen’ und sog. ‚philosophischen’ Theologien zugunsten trügerischer reduktionistischer Klarheit verschliffen wurden.

Nach mehreren Veröffentlichungen zur Schöpfungstheologie, Pneumatologie, Eschatologie und Christologie liegt der Schwerpunkt der Arbeit zur Zeit auf dem Themenkomplex "Gottes Gerechtigkeit" und "Schöpfung und Evolution".

Publikationen:

  • H.-J. Eckstein/M. Welker (Hg.), Die Wirklichkeit der Auferstehung, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag, 4. Aufl. 2010.
  • G. Etzelmüller, „... zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn“. Eine biblische Theologie der christlichen Liturgiefamilien, Frankfurt: Otto Lembeck 2010.
  • M. Welker, Theological Realism and Biblical Theology, in: Heinrich Assel, Stefan Beyerle u. Christfried Böttrich (Hg.), Beyond Biblical Theologies, WUNT 295, Tübingen: Mohr Sieback 2012, S. 483-493.
  • M. Welker, Gottes Offenbarung. Christologie, Neukirchen-Vluyn, Neukirchener Verlag, 1. und 2. Aufl. 2012.
  • M. Welker, Gottes Geist. Theologie des Heiligen Geists, Neukirchen-Vluyn, Neukirchener Verlag, 5. Aufl. vor. 2013.

 

2. Theologie im Dialog mit Natur- und Kulturwissenschaften

Die Theologie steht im Blick auf ihre Denk- und Sprachformen beständig im Dialog mit anderen Erkenntnissystemen wie den Natur- und Kulturwissenschaften, der Philosophie, aber auch dem Common Sense. Erkenntnis lässt sich verstehen als Gewinn von Wirklichkeit erschließenden Leitabstraktionen. Es geht darum, die Fülle und Komplexität all dessen, was wir als ‚Wirklichkeit’ bezeichnen, in einer Weise zu elementarisieren, die unserem Erkennen und Handeln konkrete Orientierungen gibt.

Zu diesem Zweck wurden in den letzten Jahren mehrere international und interdisziplinär ausgerichtete Forschungsprojekte durchgeführt und zur Publikationsreife gebracht:

 

  • Flesh – Body – Mind – Soul – Spirit: The Depth of the Human Person

Was das Menschenbild der Moderne anbelangt, ist die Vorstellung, dass das Individuum als selbstbewusstes, sich aufgrund seiner Verstandesfähigkeiten beständig selbst definierendes ‚Subjekt’, als ‚autonome Person’ aufzufassen sei, eine Leitabstraktion, die weit über die Aufklärung hinaus überaus wirksam geblieben ist. Auch die moderne Theologie ist vielfach von der Orientierung an diesem Verständnis von Subjektivität und Personalität geprägt – und zwar nicht nur im Blick auf ihr Menschenbild: Auch die trinitarische Personalität Gottes wurde mit Hilfe dieser Denkformen beschrieben. Innerhalb der gegenwärtigen trinitätstheologischen Diskussionen wird allerdings zunehmend kritisch hinterfragt, ob das moderne Personverständnis gemessen an den biblischen und altkirchlichen Überlieferungen die Trinitätslehre nicht verzerrt darstellt.

Um die Möglichkeiten eines Verständnisses von Person auszuloten, das interdisziplinär tragfähig ist und Orientierung bietet, haben in dem Forschungsprojekt „Flesh – Body – Mind – Soul – Spirit: The Depth of the Human Person“ Exegeten, Systematiker, Philosophen und Musik- und Naturwissenschaftler aus Deutschland, den USA, der Schweiz, England, Schottland und Indien über fünf Jahre hinweg Personkonzepte aus verschiedenen Wissensbereichen auf ihre Tragfähigkeit und interdisziplinäre Übersetzbarkeit hin überprüft. Dabei konnte u. a. die besondere Realistik der Anthropologie des Paulus rekonstruiert werden.

 

  • Concepts of Law in the Sciences, Legal Studies and Theology

Im Forschungsprojekt „Concepts of Law in the Sciences, Legal Studies and Theology“ wurden Analogien und Differenzen zwischen den verschiedenen Gesetzeskonzeptionen in der Rechtswissenschaft, den Naturwissenschaften und der Theologie herausgearbeitet, um zu prüfen, ob es interdisziplinär verwendbare Gesetzesbegriffe gibt. Dabei wurden erstmals in den Dialog von Theologen und Naturwissenschaftlern auch Juristen und Rechtshistoriker einbezogen.

Das Forschungsprogramm greift zwar Anliegen der Naturrechtsdebatte auf, geht aber im Gegensatz zum Programm Joseph Ratzingers davon aus, dass die von ihm erwünschte kritische Partnerschaft von „Vernunft und Religion“ nicht im Gespräch zwischen Theologie und Philosophie allein hergestellt werden kann und schon gar nicht, indem man einen Szientismusverdacht gegenüber der Wissenschaft als solcher kultiviert oder die wissenschaftliche Rationalität pauschal für globale technologische und politisch-ideologische Selbstgefährdungen verantwortlich macht. Exemplarische Diskurse mit verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und ein Eingehen auf ihre Methoden und Denkformen sind für ein Gedeihen der Partnerschaft von „Vernunft und Religion“ unverzichtbar. 

 

  • The Standardized Monetisation of the Market and the Impact on Religion, Politics, Law, and Morals

Wie verändern sich Religion, Politik, Recht und Moral, wenn Geld für alle wirtschaftlichen Kommunikationsprozesse eingeführt wird? In diesem mehrjährigen Projekt bearbeiteten Theologen, Ökonomen, Juristen, Politologen, Ethiker und Historiker aus Deutschland, der Schweiz, Schottland, Italien, Südafrika, den USA und China diese Frage. Mit Hilfe von Exegeten und Altertumswissenschaftlern wurde ausgeleuchtet, wie die Einführung von Geld für alle wirtschaftlichen Transaktionen große Umstellungen von Kulturen und Gesellschaften bewirkt. Dieser Wandel vollzieht sich ca. 600 v. Chr. in Griechenland, 500 v. Chr. in Palästina. Bei der Untersuchung spielen biblische Zeugnisse, besonders das Buch Kohelet, eine wichtige Rolle. Auch weitere Entwicklungen – etwa die Einführung von Papiergeld in China für das Ahnenopfer im Mittelalter und der Widerstand der Reformation gegen die Monetisierung des Glaubens im Ablasshandel – wurden historisch und systematisch aufgearbeitet.

Eine innerdeutsche und innertheologische Konsultation zum Thema „Geld und Geldmetaphorik in den biblischen Überlieferungen“ ging diesem Projekt voraus. Die Beiträge dazu wurden im Jahrbuch Biblische Theologie (Band 21, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag 2006) unter dem Thema „Gott und Geld“ dokumentiert. Es zeigt sich z. B., dass der zum Schlagwort gewordene Dual „Gott oder Mammon“ nur zweimal in der Bibel vorkommt bei etwa 300 weiteren inhaltlich relevanten Aussagen über Geld und Geldmetaphorik.

 

  • Deutsch-Chinesische Konsultationen (z.B. on Concepts of "Law and Love")

Auf das rasante Wachstum des Christentums in China und das zunehmende Interesse an theologischen Fragestellungen an chinesischen Universitäten hat das Heidelberger Forschungszentrum für Internationale und Interdisziplinäre Theologie (FIIT) durch den Ausbau von Kontakten zu chinesischen Institutionen und Wissenschaftlern, die an religionswissenschaftlichen und theologischen Fragestellungen interessiert sind, reagiert. Seit 2006 finden jährlich Kolloquien von Mitgliedern des FIIT mit chinesischen Religionswissenschaftlern und Philosophen aus China, Hongkong und Taiwan statt.

Die genannten Projekte wurden bzw. werden u. a. von der Fritz Thyssen Stiftung, der VolkswagenStiftung, der Ruhrkohle, der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie der John Templeton Foundation finanziert.

Publikationen:

  • M. Welker, Die Anthropologie des Paulus als interdisziplinäre Kontakttheorie, in: Jahrbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften für 2009, Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2010, 98-108.
  • G. Etzelmüller / A. Weissenrieder (Hg.), Religion und Krankheit, Darmstadt 2010.
  • A. Lebkücher, Theologie der Natur. W. Pannenbergs Beitrag zum Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaft, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag 2010.
  • Chun Chul, Kreativität und Relativität der Welt beim frühen Whitehead. Eine Rekonstruktion von Alfred North Whiteheads früher Naturphilosophie (1915-1922), Vorwort von M. Welker, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag 2010.
  • M. Welker, Anthropologie der Artikulation und theologische Anthropologie, in: Christian Polke u.a. (Hg.), Niemand ist eine Insel. Menschsein im Schnittpunkt von Anthropologie, Theologie und Ethik, FS Wilfried Härle, TBT 156, Berlin / Boston: de Gruyter 2011, 219-232.
  • M. Welker: The Theology and Science Dialogue: What Can Theology Contribute?, Theologsiche Anstöße 1, Neukirchen-Vluyn, Neukirchener 2011.
  • M. Welker / G. Etzelmüller (Hg.), Concepts of Law in the Sciences, Legal Studies and Theology, Tübingen: Mohr-Siebeck 2013.
  • M. Welker (Hg.), The Depth of the Human Person. A Multidisziplinary Approach, Grand Rapids, Eerdmans 2014.

 

3. Images of the Divine and Cultural Orientations

Die Geschichte der Kulturen, insbesondere der westlichen Gesellschaften, ist in hohem Maße vom Zusammenwirken religiöser Überzeugungen und anderer sozialer Dynamiken und kultureller Muster geprägt. Diese Prägung ist durchaus ambivalent: Religionen können z. B. die Suche nach Recht, Gerechtigkeit und Wahrheit anregen und beleben, aber sie können auch Diskriminierung und Gewalt stützen. Von kulturwissenschaftlicher Seite ist in den letzten Jahren wiederholt bezweifelt worden, dass die großen monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam), die eine unbedingte Loyalität dem einen Gott gegenüber einfordern, überhaupt in der Lage seien, konstruktive Beiträge zur Gestaltung demokratischer und pluralistischer Gesellschaften zu leisten. Das Forschungsprojekt „Images of the Divine and Cultural Orientations“ will erkunden, wie die komplexen Beziehungen zwischen religiösen Überzeugungen und kulturellen Orientierungsmustern zu verstehen und zu deuten sind.

Diese komplexen Beziehungen sollen dabei unter Beachtung und intensiver Ausleuchtung der internen Logiken der religiösen Überzeugungen einerseits und andererseits mit einer ausgeprägten Sensibilität für die Komplexität kultureller Dynamiken in pluralistischen Gesellschaften, die global miteinander interagieren, rekonstruiert werden. Sowohl die internen Logiken der religiösen Überlieferungen als auch die Komplexität der kulturellen Prozesse nötigen dazu, typisch moderne Denkformen in Theologie und Kulturwissenschaften zu problematisieren. Um soziale Kohäsion auszubilden, hat modernes Denken oftmals schlicht die Einheit Gottes und die abstrakte Gleichheit aller Bürger betont. Angesichts der globalen Entwicklungen können diese Denkformen aber nicht leisten, was sie einst zu leisten versprachen. Gegenwärtig besteht nicht nur die Notwendigkeit, Formen zu entwickeln, die es erlauben, religiöse Pluralität zu verstehen und lebensförderlich zu gestalten, sondern auch die Aufgabe, das bestimmten religiösen Traditionen eingeschriebene Orientierungswissen freizulegen und für gegenwärtige Diskurse zu übersetzen und nutzbar zu machen.

Das Projekt führte Forscherinnen und Forscher verschiedener Fachrichtungen aus Deutschland (Berlin, Heidelberg und Tübingen) und den USA (Chicago, Harvard, Yale) zusammen, um neue und weiterführende Erkenntnisse in der historischen, politischen, moralischen und theologischen Erforschung der Interaktion von religiösen Überzeugungen und sozialer Praxis zu gewinnen.

Das Projekt wird gefördert von der Zukunftsoffensive IV des Landes Baden-Württemberg.

Publikationen:

  • J. von Hagen / Michael Welker, Money as God? The Moentisation of the Market and its Impact on Religion, Politics and Ethics, Cambridge, Cambridge University Press 2014.

 

4. Theologie des Protestantismus und Kultur der Moderne (Kirche und Zivilgesellschaft)

Das Denken der Reformatoren, aber auch Erkenntnisse von reformatorischen und reformierten Theologen der Neuzeit, ihr Engagement und ihre Ideen haben das Christentum weltweit geprägt. Luther und Calvin, aber auch Schleiermacher, Barth, Bonhoeffer und Moltmann werden auch in Zukunft ökumeneweit inspirierend wirken. Ihre Ausstrahlungs- und Orientierungskraft reicht dabei über Kirche und Religion hinaus. Sie sind und bleiben lebendige Klassiker, auch in einer Zeit, die auf vielen Gebieten internationale und interdisziplinäre Verständigung einfordert.

Ihre Rekonstruktion und kritische Aufarbeitung gehören deshalb zu den Kernaufgaben systematischer Theologie. Dabei ist in den letzten Jahren insbesondere die Orientierungskraft von Calvins politischer Theorie, von Schleiermachers frühester Ethik, von Bonhoeffers Ekklesiologie und Barths Sündenlehre erschlossen worden.

Dass Calvins Institutio mit der Lehre vom bürgerlichen Regiment schließt, verdeutlicht den engen Zusammenhang von Theologie und kultureller Orientierung. Calvins breite biblische, juristische und humanistische Bildung erlaubt ihm eine multikontextuelle weltgeschichtliche Sicht, die eine klare theologische und ethische Orientierung mit kontextueller Einfühlsamkeit verbindet. Calvins Wirken zugunsten der Gewaltenteilung und eines differenzierten, nicht aber hierarchisch integrierten Zusammenwirkens von Religion, Politik, Recht, Wissenschaft und Bildung ebnet die Wege zur Entwicklung moderner freiheitlicher Gesellschaften.

Schleiermachers Ethik ist von ihren Anfängen her und damit im Ansatz moderne Reduktionismen überwindend gleichermaßen individualtheoretisch, personalistisch und geselligkeitstheoretisch konzipiert und mit einer Gefühls- und Religionstheorie verbunden. Charakteristisch ist dabei, dass Schleiermacher nicht – typisch modern – vom individuellen Subjekt auf die Umgebung hin denkt, sondern von der Umgebung auf das Subjekt hin.

Eine ähnliche Komplexität weist die Ekklesiologie des jungen Bonhoeffer auf. In seiner „dogmatischen Untersuchung zur Soziologie der Kirche“ verknüpft Bonhoeffer Personbegriff, elementare Ich-Du-Beziehungen sowie komplexe Formen von Interpersonalität und Gottesbeziehung. Dabei beobachtet er, dass das Verhältnis dieser vier Formen in unterschiedlichen Zeiten und Situationen je anders bestimmt wird. Eine hinreichend komplexe Ekklesiologie darf weder von nur einer dieser Bezugsgrößen (also vom Personbegriff oder von der Ich-Du-Beziehung oder von der Sozialität oder vom Gottesbegriff) her konstruiert werden noch im Bezug auf allein eine Verhältnisbestimmung dieser verschiedenen Formen.

Publikationen:

  • M. Welker, Ist Barths Sündenlehre in gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten relevant?, in: ZDTh 26 (2011).
  • M. Welker / F. Schüssler-Fiorenza / K. Tanner (Hg.), Politische Theologie. Neuere Geschichte und Potenziale, Theologische Anstöße 1, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener 2011.
  • M. Welker, Protestantismus und Globalisierung, in: Emidio Campi u.a. (Hg.), Johannes Calvin und die kulturelle Prägekraft des Protestantismus, Reihe Zürcher Hochsulforum 46, Zürich: vdf Hochschulverlag u. TVZ 2012, 57-72.
  • M. Welker, Global Public Theology and Christology, in Herinrich Bedford-Strohm, Florian Höhne u. Tobias Reitmeier (Hg.), Contextuality and Intercontextuality in Public Theology, Theologie in der Öffentlichkeit 4, Berlin / Münster / Wien: Lit 2013, 281-290.

 

III. Herausgeberschaften/Mitherausgeberschaften

 

Mitherausgeber oder Mitglied des Advisory Boards von Zeitschriften und Jahrbüchern:

  • Chinese Academic Library of Christian Thought
  • Evangelische Theologie
  • Jahrbuch für Biblische Theologi
  • Journal of Law and Religion
  • Process Studies
  • Sino-Christian Studies
  • Soundings - An Interdisciplinary Journal
  • Verkündigung und Forschung
  • International Journal of Orthodox Theology

Mitherausgeber wissenschaftlicher Reihen:

  • International Theology / Internationale Theologie
  • Theologische Anstöße

 

 

IV. Lebenslauf

  • Geb. 1947 in Erlangen, aufgewachsen in West-Berlin (Französisches Gymnasium) und Grünstadt/Pfalz (Leininger Gymnasium)
  • Ordinierter Theologe der Pfälzischen Kirche
  • Dr. theol. (Tübingen), Dr. phil. (Heidelberg), Dr. theol. habil. (Tübingen)
  • Professor an der Universität Tübingen (1983-1987)
  • Professor für Reformierte Theologie an der Universität Münster (1987-1991)
  • Seit 1990 Einladungen zu Named Lectures: Chicago Divinity School, Yale Dinivity School, Princeton Theological Seminary, Harvard Divinity School, New College Edinburgh, University of Stellenbosch, Soongsil Universität Seoul, Universität und Geistliche Akademie St. Petersburg, Valparaiso University, Taiwan Theological Seminary, St. Tikhon University in Moskau
  • 1991-2013 Professor für Systematische Theologie an der Universität Heidelberg
  • Seit 2013 Senioprprofessor für Systematische Theologie an der Universität Heidelberg
  • Gastprofessuren: 1984 Honorary Research Fellow am Institute for the Advanced Study of Religion, Divinity School der University of Chicago; 1985 McMaster University; 1988, 1995, 1997 und 1999 Princeton; 2001 Harvard, 2008 Cambridge (UK), 2013 Law School / Emory University
  • Weitere Rufe an die McMaster University Hamilton, Ontario, Kanada, und an das Princeton Theological Seminary
  • 1996-2006 Direktor des Internationalen Wissenschaftsforums der Universität Heidelberg
  • 2003 Angebot, die Stelle des Direktors am Center of Theological Inquiry in Princeton zu übernehmen
  • 2004 Dr. theol. h.c. (Universität Debrecen)
    Berufung in die Kammer für Theologie der Evangelischen Kirche in Deutschland
    Mitglied des Direktoriums des Heidelberg Center for American Studies (HCA)
    Wahl zum Richter am Verfassungsgerichtshof der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • 2005 Geschäftsführender Direktor des Forschungszentrums Internationale und Interdisziplinäre Theologie (FIIT Heidelberg)
  • 2006 Verleihung der Universitätsmedaille der Universität Heidelberg
  • 2007ff Organisation zahlreicher internationaler und interdisziplinärer Forschungsprojekte am FIIT sowie des Manfred-Lautenschläger-Award for theological Promise
  • 2013 Dr. phil. h.c. (North-West-University, Südafrika)

 

 

 

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Letzte Änderung: 10.12.2013
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