Bereichsbild
Veranstaltungen

Do, 25.05.2017

10:00 Uhr

Universitätsgottesdienst

Prof. Dr. Martin-Christian Mautner

Fr, 26.05.2017

15:00 Uhr

The Manfred Lautenschläger Award for Theological Promise 2017

So, 28.05.2017

10:00 Uhr

Universitätsgottesdienst

Prof. Dr. Dr. Dres. h.c. Michael Welker

Mo, 29.05.2017

13:00 Uhr

Von den Wasserflüssen in Babylon zu Reinckens Orgelfluss

Prof. Carsten Klomp, Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg, und Privatdozentin Dr. Dorothea Erbele-Küster, Universität Heidelberg, Theologische Fakultät

Di, 30.05.2017

13:00 Uhr

NOT trifft TON

Paul Tarling, Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg, und Privatdozentin Dr. Doris Hiller, Universität Heidelberg, Theologische Fakultät

Alle Termine & Veranstaltungen

Aktuelles

Ethische Transformationsprozesse im frühen Christentum

Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Neutestamentliche Theologie,

gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

 

1 Beschreibung

Das Forschungsvorhaben zielt darauf, die bei der Herausbildung von ethischen Überzeugungen im entstehenden Christentum wirksamen Prozesse in einer multiperspektivischen Zugangsweise in den Blick zu nehmen. Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die Feststellung, dass sich in der neutestamentlichen Wissenschaft der vergangenen Jahrzehnte die Diskurse zur Ethik des Neuen Testaments in Bezug auf Aufgabenstellung, Zugangsweisen und Methodik stark ausdifferenziert haben. Viele der neueren Veröffentlichungen bieten wichtige Erkenntnisse zu einzelnen Aspekten neutestamentlicher Ethik, lassen dabei aber anderes außer Acht. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden daher weiterführende Erkenntnisse von einer multiperspektivischen Zugangsweise erhofft, welche die verschiedenen Aspekte und Faktoren gerade in ihrem Zusammenspiel und ihren jeweiligen Wechselwirkungen untersucht. Des Näheren sollen

  1. die konkreten Inhalte neutestamentlicher Ethik(en), Einzelweisungen wie auch übergreifende Handlungskriterien, möglichst präzise analysiert und beschrieben,
  2. deren Einbettung in den Gesamtzusammenhang der theologischen Überzeugungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autoren untersucht,
  3. das Verhältnis zu den ethischen Traditionen des antiken Judentums wie auch der weiteren paganen griechisch-römischen Umwelt eruiert und
  4. die sozialen Lebensbedingungen der Autoren sowie der von ihnen anvisierten Adressaten soweit wie möglich rekonstruiert werden.

In den Blick kommen somit also der Zusammenhang und die Wechselwirkungen zwischen theologischen, traditions- und religionsgeschichtlichen sowie soziokulturellen Faktoren. Insbesondere geht es einerseits darum, herauszuarbeiten, inwiefern und in welchen Bereichen die spezifischen Glaubensüberzeugungen der ersten christlichen Autoren ihre Rezeption vorgegebener antiker ethischer Traditionen beeinflusst und zu Neuakzentuierungen, Transformationen und gegebenenfalls auch ethischen Innovationen geführt haben, des Weiteren auch, welche sozialen Kontexte damit jeweils gestaltet werden bzw. gestaltet werden sollen. Zugleich ist zu bedenken, dass es sich bei den genannten Rezeptions- und Transformationsprozessen nicht um einseitige Prozesse handelt, sondern vielmehr um eine wechselseitige Beeinflussung und Durchdringung der verschiedenen Faktoren. Von daher soll andererseits auch danach gefragt werden, ob und wenn ja an welchen Stellen umgekehrt überkommene ethische Gewohnheiten und Traditionen sowie soziale Gegebenheiten Einfluss darauf nehmen können, wie bestimmte Glaubensüberzeugungen inklusive ihrer ethischen Implikationen jeweils konkrete Gestalt annehmen und zur Darstellung gelangen bzw. wo eventuell Prozesse sekundärer theologischer Rationalisierung von gewohnheitsmäßig etabliertem Alltagsverhalten festzustellen sind. Kurz: Es geht bei dem hier verfolgten Forschungsvorhaben zur neutestamentlichen Ethik nicht (bzw. nicht allein) um das Herausarbeiten inhaltlicher Einzelweisungen, sondern – vor allen hermeneutischen und pragmatischen Fragestellungen bzw. als deren Grundlage und Voraussetzung – darum, die Prozesse und Mechanismen, die bei der Genese (christlicher) ethischer Überzeugungen eine Rolle spielen, transparent zu machen.

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts ist zum einen eine Gesamtdarstellung zur Ethik des NT geplant. Daneben sollen zum anderen vertiefende Einzelstudien zur Ethik des lukanischen Doppelwerks, zur paulinischen Ethik sowie (aufgrund der herausragenden Bedeutung des frühjüdischen Traditionshintergrunds für das NT) zur Ethik in den TestXII entstehen, um damit der theologischen wie auch soziokulturellen Vielschichtigkeit des frühen Christentums und den durch die verschiedenen Literaturgattungen bedingten Unterschieden Rechnung zu tragen. 

 

2 Mitarbeiter

Prof. Dr. Matthias Konradt (Projektleiter)

Johanna Körner (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Webmaster: E-Mail
Letzte Änderung: 29.02.2016
zum Seitenanfang/up