Abteilung für Predigtforschung

 

 

"Die Kirche des Wortes kann es sich nicht leisten, die Worte, die sie allsonntäglich macht, wissenschaftlich ungeprüft zu lassen."  
(Rudolf Bohren)

 

 

1. Einleitung

Die Predigtforschungsstelle versteht sich als der Ort innerhalb der Praktischen Theologie, an dem die gepredigte und gehörte Predigt wissenschaftlich untersucht wird. Ihr Schwerpunkt liegt auf der historischen und theologischen Predigtanalyse.

 

2. Geschichte

Die Predigtforschungsstelle am Praktisch-Theologischen Seminar in Heidelberg wurde auf Initiative Rudolf Bohrens, der 1974 auf den Heidelberger Lehrstuhl für Homiletik berufen wurde, eingerichtet. Bohren stellte fest: "Die Situation ist grotesk: die evangelische Kirche rühmt sich, Kirche des Wortes zu sein. Allein die Worte, die sie allsonntäglich macht, bleiben wissenschaftlich ungeprüft. Die Folge: Predigten, die nichts zu sagen haben, und die man nicht zu hören braucht." Bohrens Ziel war es, möglichst vollständig zu sammeln, was gepredigt wurde, zum einen um PredigerInnen anzuleiten, gute Predigten zu schreiben und zu halten, zum anderen um eben die Güte von Predigten beurteilen zu können. Vor allem wurden Sammlung von Nachlässen bedeutender PredigerInnen deutscher Sprache angelegt und wissenschaftlich bearbeitet.

Diese Aufgabe setzte nach der Emeritierung von Rudolf Bohren 1994 Prof. Dr. Christian Möller, Inhaber des Lehrstuhls für Homiletik und Pastorallehre, als neuer Leiter der Predigtforschungsstelle fort.

Sein Nachfolger als Leiter der Predigtforschungsstelle, Prof. Dr. Helmut Schwier, erreichte im Oktober 2005 die institutionelle Verankerung der Predigtforschungsstelle als "Abteilung für Predigtforschung" innerhalb des Praktisch-Theologischen Seminars und intensivierte den Kontakt zur Evangelischen Landeskirche in Baden. Inhaltlich wurde das Konzept erweitert um die empirische Erforschung der Predigtrezeption und um die Dokumentation der Heidelberger Universitätspredigten und -prediger.

 

3. Forschungs- und Dokumentationsprojekt:
„Heidelberger Universitätsprediger“

1386 - Gründung der Universität Heidelberg in der Heiliggeistkirche und damit sicherlich der erste "Universitätsgottesdienst" in Heidelberg. Die Lehrstühle der Theologischen Fakultät waren seither von Geistlichen besetzt, die sowohl wissenschaftlich ausbildeten, als auch ein geistliches Amt in der Stadt und der Universität ausübten.

Im Projekt "Heidelberger Universitätsprediger" werden herausragende Frauen und Männer vorgestellt, die in den vergangenen 625 Jahren im Umfeld der Universität und in den Universitätsgottesdiensten predigten.

Sie finden hier Einführungen zu den jeweiligen Epochen und kurze Portraits einzelner Predigerinnen und Prediger samt einer Beispielpredigt.

 

Externer Inhalt Zum Projekt "Heidelberger Universitätsprediger"

 

4. Forschung zu Predigtsammlungen

Die Abteilung für Predigtforschung ist fortwährend darum bemüht, Predigtnachlässe zu sammeln und für die wissenschaftliche Erforschung zu erschließen und zugänglich zu halten. Sie regt dazu an, die gehaltene Predigt als Ausgangspunkt und Gegenstand vielfältiger Untersuchungen und Publikationen zu wahrzunehmen.

Die Sammlung umfasst heute mehr als 26 komplette Predigtnachlässe, so zum Beispiel diejenigen von Rudolf Bohren oder von Eduard Thurneysen. Des weiteren finden sich Nachlässe deutscher und schweizerischer Pfarrer, die Thurneysen und Bohren nahe standen (Walter Lüthi, Peter Walter, Samuel Dieterle...) bzw. sich in der Bekennenden Kirche und im Kirchenkampf engagierten (Helmut Gollwitzer, Hermann Diem, Martin Niemöller, Walter Fürst u.a.). Hinzu kommen Nachlässe, die wegen ihrer besonderen Qualität oder ihrer besonderen Situation - so zum Beispiel die Gefängnispredigten von Wilhelm Kleber - erworben wurden. Dieser Sektor umfasst im Augenblick etwa 20.000 Predigtmanuskripte.

Die Abteilung für Predigtforschung hält ihre Bestände in ihren Räumen für WissenschaftlerInnen zugänglich; in den meisten Fällen können auch einzelne Predigten auch online bestellt werden (bitte per E-Mail Kontakt aufnehmen). So bietet sie Studierenden und Forschenden ein weltweit einmaliges Instrument für Arbeiten zur gepredigten Predigt.

 

5. Kontakt

Leiter: 
Prof. Dr. Helmut Schwier
Tel.: 06221-543326
E-Mail: helmut.schwier@pts.uni-heidelberg.de


Geschäftsführung:
Julia Nigmann
E-Mail: predigtforschung@pts.uni-heidelberg.de


Sekretariat:
Yvonne Weber
Tel.: 06221-543327
Fax: 06221-543190
E-Mail: yvonne.weber@pts.uni-heidelberg.de

 

 

Webmaster: E-Mail
Letzte Änderung: 20.11.2016
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