12.08.2012: Prof. Dr. Gerd Theißen über Jes 61,1-3

 

Predigt über Jes 61,1-3 am 12. August 2012

in der Peterskirche

 

Gerd Theißen

 

„Der Geist Gottes, des Herrn, ist auf mir,

weil der Herr mich gesalbt hat.

Er hat mich gesalbt,

den Elenden gute Botschaft zu bringen,

die zerbrochenen Herzen zu verbinden,

zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit,

den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen;

zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn

und einen Tag der Vergeltung unseres Gottes,

zu trösten alle Trauernden,

zu schaffen den Trauernden zu Zion,

dass ihnen Schmuck statt Asche,

Freudenöl statt Trauerkleid.

Lobgesang statt eines betrübten Geistes gegeben werden,

dass sie genannt werden

‚Bäume der Gerechtigkeit’,

‚Pflanzung des Herrn’

ihm zum Preis“

(Jes 61,1-3)

 

Wir sind eine „evangelische“ Kirche? Jeder weiß: Das Wort „evangelisch“ kommt von „Evangelium“, und heißt frohe Botschaft. Dass am Anfang eine politische Botschaft stand, ist weniger bekannt. Es begann mit dem persischen König Kyrus – und einem kleinen Schritt zur Religionsfreiheit im Alten Orient. Kyrus, der Begründer des persischen Weltreiches, sicherte in einigen neu eroberten Ländern seine Macht mit einer neuen Strategie: Er versuchte die Bevölkerung dadurch für sich zu gewinnen, dass er unterdrückte Kulte wieder herstellte. Die Babylonier durften ihren Gott Marduk wieder verehren, nachdem er durch einen anderen Gott verdrängt worden war. Die Juden durften in ihr Land zurückkehren und ihren Tempel neu errichten.

Der wichtigste Freudenbote mit dieser Nachricht war der anonyme Prophet, den wir den zweiten Jesaja nennen. Seine Worte sind im Jesajabuch ab Kapitel 40 gesammelt. Er machte Weltgeschichte, weil er den Glauben an den einen und einzigen Gott zum Durchbruch brachte. Alle anderen Götter waren in seinen Augen Illusionen und von Menschen gemachte Vorstellungen. Ausgerechnet dieser Prophet nannte Kyrus einen „Gesalbten“ des Herrn (Jes 45,1), als sei dieser Eroberer der eigene König. Manche meinen, er habe Kyrus deshalb so positiv beurteilen können, weil er mit dessen Monotheismus sympathisiert hat? Das ist unwahrscheinlich. Denn er kritisiert auch die persische Religion des Kyrus. Diese kannte neben dem guten Gott einen bösen Gegengott, war also nicht konsequent monotheistisch. Der zweite Jesaja aber lässt seinen Gott sagen:

„Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr,
der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis,

der ich Heil gebe und schaffe Unheil.

Ich bin der Herr, der dies alles tut.“ (Jes 45,6-7)

Das Böse wird hier auf keinen anderen Gott zurückgeführt. Derselbe Gott schafft Gutes und Böses. Er ist der Herrscher der ganzen Welt – und kann daher auch einen fremden Weltherrscher zum Instrument seines Willens machen. Ursprung des Evangeliums war nicht Kyrus, sondern Gott. Mit dem konsequenten Monotheismus des zweiten Jesaja wurde Gott für ein Volk zum wichtigsten Anliegen der Menschen: Dem einen und einzigen Gott, der für alles Geschehen verantwortlich ist, ist auch der Mensch in all seinem Tun verantwortlich.

Die Religionspolitik der Perser sorgte aber nicht nur für das „Evangelium“ als Befreiung aus dem Exil, sondern auch für das „Gesetz“. Ein Nachfolger des Kyrus, Artaxerxes I., schickte Esra mit dem Auftrag nach Jerusalem, das Leben dort nach dem Gesetz des einen und einzigen Gottes zu ordnen. Wahrscheinlich gab damit ein persischer König die Anregung zur schriftlichen Fixierung der Thora. Wenigstens haben einige Juden sofort die Chance genutzt, die Freiheit und Autonomie der Juden dadurch abzusichern, dass sie ihre Gesetze kodifizierten. Wenn Gott das wichtigste Anliegen des Menschen war, dann sollte sein Wille auch das ganze Leben durchdringen. Und das wollte man für alle Zeiten schriftlich fixieren. So entstand das Gesetz, der Kern unserer fünf Bücher Mose. Juden benutzten aber auch ihr Gesetz dazu, um sich von anderen Völkern abzugrenzen. Nur so konnten sie ihre kulturelle und religiöse Identität als monotheistische Dissidenten in einer polytheistischen Welt wahren. Esra hat sich ja nicht nur als Schreiber des Gesetzes des Himmelsgottes in unser Gedächtnis eingeprägt, sondern als Kämpfer gegen Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden.

Grundsätzlich also gilt: Politisch bedingt war das Evangelium vom Ende des Exils, politisch bedingt aber auch das Gesetz. Das Evangelium sagte: Ihr seid aus Gefangenschaft befreit. Das Gesetz fügte die Forderungen hinzu, um diese Freiheit zu bewahren. Politische Ereignisse schufen damals den Rahmen dafür, dass ein Volk die Religion als autonomen Bereich entdeckte und Gott zum ersten Anliegen des Menschen machte, von dem her das ganze Leben gelebt werden sollte – und gleichzeitig schufen sie damit auch den Ansatz dafür, dass sich die Religion gegenüber der Politik verselbständigt.

 

*

 

Wir sind heute sehr vorsichtig darin geworden, ja, einige lehnen es sogar dezidiert ab, in politischen Ereignissen den Willen Gottes zu sehen. Der letzte Versuch einer Geschichtstheologie war ein Nationalprotestantismus gewesen, der das Christentum in unserem Lande nachhaltig geschädigt hat. Nationalprotestantische Geschichtsdeuter sahen in der Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg und der desolaten Lage der Weimarer Republik eine Art babylonischer Gefangenschaft ihres Volkes. Sie erlebten die nationalsozialistische Bewegung als Befreiung aus dieser Gefangenschaft. „Christus ist unsere Kraft, Deutschland unser Ziel“ – das war die Parole der Deutschen Christen. Und viele dachten so ähnlich wie sie.

Alle theologischen Geschichtsdeutungen befinden sich seither in einer Krise. Die Frage ist: Können wir vielleicht aus dem Umgang Israels mit seiner Geschichte, also aus der Bibel lernen, die Spuren Gottes in der Geschichte neu zu entdecken und die Irrwege der Geschichtstheologen vermeiden?

Zunächst einmal ist wichtig: Auch im damaligen Judentum kamen Geschichtsdeutungen in eine Krise. Der neue Tempel war enttäuschend, das Leben war armselig, die Solidarität im Volk gering, die Abgrenzung gegen andere Völker umstritten. Wie sollte man die Spuren Gottes in dieser kümmerlichen Geschichte finden?

In solch einer Krisensituation haben Nachfolger der Propheten das Jesajabuch durch eine neue Schrift ergänzt. Sie bildet heute seinen dritten Teil (ab Kapitel 56). Dieser Teil bringt Gesetzesforderungen wie Esra, jedoch mit einer Korrektur: Gefordert wird eine Öffnung für Fremde: Auch Fremde und Eunuchen sollen zum jüdischen Tempelkult zugelassen sein. Dieser Teil bringt zugleich ein erneuertes Evangelium, ebenfalls mit einer wichtigen Korrektur. In ihm ist der Prophet der Gesalbte des Herrn, nicht Kyrus. Unser Predigttext formuliert das Programm dieser Prophetengruppe:

 

„Der Geist Gottes, des Herrn, ist auf mir,

weil der Herr mich gesalbt hat.

Er hat mich gesalbt,

den Elenden gute Botschaft zu bringen,

die zerbrochenen Herzen zu verbinden,

zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit,

den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen;

zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn

und einen Tag der Vergeltung unseres Gottes ,

zu trösten alle Trauernden ...“

 

Mit ähnlichen (etwas erweiterten) Worten fasst Jesus im LkEv bei seiner Antrittsrede in Nazareth seine Sendung zusammen. Man kann sagen: Durch den Durchbruch des Monotheismus wurde Gott zum wichtigsten Anliegen des Menschen, durch dieses Evangelium wurde der Mensch zum wichtigsten Anliegen Gottes: und zwar der gefährdete, der zerbrochene, der unfreie und verlorene Mensch, der dennoch zum wahren Leben und zur Freiheit bestimmt ist. Diese Worte geben uns Hinweise dafür, in welcher Weise wir Gottes Spuren in der Geschichte finden können. Denn mit diesen Worten kann man überall die Befreiung von Diktatur und Unrecht ankündigen. Sie enthalten vier Verheißungen, vier Werte, vier Grundsätze.

Die erste Verheißung ist: Menschen sollen Lebensmut und Selbstverstrauen zurückerhalten. In Ereignissen, die Lebensmut wiederherstellen, können wir die Spuren Gottes finden. Als Europa 1945 Diktatur und Krieg überlebt hatte, wurde es von Menschen neu aufgebaut, die durch Krisen und Kriege hindurch nicht gebrochen worden waren, sondern denen eins klar war: Es lohnt sich, Frieden unter Feinden zu schaffen. Einige von ihnen waren fest überzeugt: Der Weg des Friedens ist der Weg Gottes. Es begann ein einmaliges Experiment in der Weltgeschichte, feindliche Staaten in einem Staatenbund aneinander zu binden. Wenn heute, nach 60 Jahren Frieden in Europa, Menschen zweifeln, ob dieser Weg der europäischen Vereinigung richtig war, sollten wir gerade in dieser Krise Europas an die große Verheißung erinnern, die in der Bändigung des Nationalismus lag.

Die zweite Verheißung ist: Menschen werden aus Gefangenschaft befreit, ihre Fesseln werden gelöst. Ereignisse, die Freiheit herstellen und fördern, sind Spuren Gottes. Das Ende des Krieges 1945 war Befreiung aus einem schlimmen Terrorregime, wenn auch nicht für alle in unserem Land. Die 70er Jahre brachten das Ende der Diktaturen in Griechenland, Spanien und Portugal. 1989 brachte Freiheit für Millionen von Menschen im Osten – auch im Osten unseres Landes. Wer 60 Jahre in Freiheit aufgewachsen ist, für den ist das vielleicht so selbstverständlich, dass er allzu schnell vergisst: Freiheit ist neben dem Frieden die wichtigste Bedingung gelungenen Lebens. Sie ist sogar noch wichtiger als Gerechtigkeit. Denn ohne Freiheit kann man nicht einmal Ungerechtigkeit kritisieren.

Die dritte Verheißung ist in unseren Tagen besonders aktuell. Sie verheißt Befreiung von Schulden. Das verheißene „gnädige Jahr des Herrn“ ist das Erlassjahr, in dem unter den Israeliten Gleichheit wieder hergestellt und Schulden erlassen wurden, auch wenn das ein Postulat, ja eine Utopie war – aber diese Utopie hat gewirkt. Ereignisse, die Gerechtigkeit fördern, sind Spuren Gottes in der Geschichte. Wir dürfen nie vergessen: Ohne Gerechtigkeit stirbt die Freiheit. Freiheit ohne Gerechtigkeit ist Privilegierung der Mächtigen. Wenn die Ungleichheit der Lebenschancen zunimmt, droht am Ende immer, dass die ungerechten Verhältnisse von denen, die Macht haben und von der Ungerechtigkeit profitieren, durch Abschaffung von Freiheitsrechten verteidigt werden. Freiheit hat zwar Vorrang vor Gerechtigkeit, langfristig aber ist Freiheit ohne Gerechtigkeit unmöglich. Wenn Menschen als einzelne oder wenn ganze Länder oder zukünftige Generationen durch Schulden erdrosselt werden, nimmt man ihnen ihre Freiheit. Ich will hier nicht Lösungen für die Schuldenkrise europäischer Staaten vorschlagen – aber es wäre gut, wenn manche Lösungsvorschläge nicht mit unbedachten Sprüchen weggewischt würden. Weise Menschen, so sagt man, denken dieselben dummen Gedanken wie andere, aber sprechen sie nicht aus. Manche Politiker, die sich in den letzten Wochen zur Schuldenkrise zu Wort gemeldet haben, würde ich nach diesem Kriterium nicht zu den weisen Menschen zählen.

Die vierte Verheißung spricht von einem Tag der Vergeltung: Die Peiniger werden bestraft. Jesus lässt in seiner Antrittsrede diese Verheißung aus. Vergeltung – das wäre Rache. Das wollen wir nicht. Deshalb soll man aber die Forderung nach Vergeltung nicht als alttestamentlich und überholt abtun. In ihr steckt ein berechtigtes, ja notwendiges Element: Bei der Überwindung von Diktatur und Unfreiheit darf auf Gerechtigkeit im Umgang mit den Verbrechen nicht verzichtet werden. Ohne Aufarbeitung des Unrechts schmerzen manche Wunden Generationen lang und hindern Menschen daran, Vertrauen in die neue Freiheit zu entwickeln. Auch bei uns haben manche Institutionen erst im letzten Jahrzehnt ihre Unrechtsgeschichte vor und nach 1945 aufgearbeitet: das Auswärtige Amt, die Polizei, die Ärzteschaft, auch Teile der Wissenschaft und Kultur. Das ist noch nicht zu Ende. Unrecht muss öffentlich anerkannt werden, die Gesellschaft muss sich demonstrativ auf die Seite der Opfer stellen – auch um die Widerstandskraft gegen Unrecht und Unterdrückung in der Zukunft zu erhöhen.

Die Kirchen haben aus den Katastrophen der Geschichte und aus den eigenen Verirrungen gelernt. Es entstand in den letzten Jahrzehnten eine ökumenische Ethik mit den Forderungen von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Dass darin die Forderung der Freiheit fehlt, ist ein großes Defizit. Das lässt sich nur damit erklären, dass in Zeiten des Kalten Kriegs „Freiheit“ als Propagandawort des Westens galt. Das Evangelium in der Bibel aber ist Befreiung aus Gefangenschaft und Exil. Es ist ein Evangelium der Freiheit. Entscheidend ist: Alle Werte der ökumenischen Ethik wenden sich von Verirrungen der Kirchen ab.

– Einst stand auf den Koppeln der Soldaten „Gott mit uns“. Theologen haben die Friedensbewegung oft lächerlich gemacht, Kriege gehörten zur Schöpfungsordnung. Heute hat die Friedensethik einen anerkannten Raum in der Kirche, auch wenn sie vielleicht nicht überall klar genug vertreten wird.

– Einst sah man im Sozialismus nur den Klassenfeind. Heute plädieren die Kirchen für soziale Gerechtigkeit – und ich bin sicher, dass sie das noch dezidierter tun werden angesichts der drohenden Entwicklung zu einer Finanzmarktdemokratie, die durch Verarmung breiter Schichten das Geld der Reichen retten will – fairerweise muss man dazu sagen: Auch das Geld für Renten und Pensionen, Stiftungen und viele kulturellen Institutionen wird damit gerettet. Dieser Aspekt fehlt mir manchmal in der gegenwärtigen Debatte.

– Einst galt das Bündnis von Thron und Altar als Garantie gegen die liberale Freiheitsbewegung. Heute ist Freiheit wieder ein zentraler Wert im Protestantismus, auch wenn ich wünschte, dass die Freiheit eines Christenmenschen einen noch höheren Rang in unserer Kirche einnähme – und nach innen wie nach außen sichtbarer wird.

Aus dem Umgang der Bibel mit der politischen Geschichte kann man lernen: Wo Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit gefördert werden, dürfen wir Spuren Gottes in der Geschichte entdecken. Alles Geschehen ist Wirken Gottes. Aber es bleibt das meiste dunkel für uns. Gottes Spuren sind nur dort erkennbar, wo Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit zunehmen. Gottes Spuren in der Geschichte sind aber auch wir selbst, wenn wir uns für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und die Erhaltung der Schöpfung einsetzen.

 

*

 

Jesus hat das Evangelium erneuert – aber eins ist im Neuen Testament anders. Im Alten Testament sind politische Handlungen Grundlage der frohen Botschaft. Im Neuen Testament aber steht das „Evangelium“ in Konkurrenz zu den politischen „Evangelien“ der Kaiser. In urchristlicher Zeit proklamierten die Kaiser politische Erfolgsereignisse als ihre „Evangelien“ – die Geburt eines Thronfolgers, die eigene Thronbesteigung, die Siege der Legionen. Dass auch die Nachrichten vom Tod des Tiberius oder des Domitian als „Evangelien“ erlebt wurden, zeigt, dass die Menschen auch damals gesunden Menschenverstand genug hatten, um die damalige Herrschaftsideologie gegen ihre eigenen Herrscher wenden zu können. Diesen „Evangelien“ der Kaiser setzten die Christen aber ihr Evangelium entgegen. Es proklamierte nicht den Machtantritt eines Mächtigen als wichtigstes Ereignis, sondern die Menschwerdung des Menschen als wichtigstes Anliegen Gottes. Menschen mit sozialen, mit physischen und moralischen Defiziten sollen eine Chance erhalten. Gebrochene Menschen sollen heil werden, unfreie Menschen frei.

Kein Politiker schuf damals durch seine Entscheidungen die Grundlage für dieses Evangelium. Es wurde von Anfang an gegen die Mächtigen, die Reichen und die Weisen der Welt verkündigt, wie Paulus sagt. Jesus selbst hat diese Richtung vorgegeben. Durch seine Devise: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“, trennte er Religion und Politik. Durch seine Mahnung, unter seinen Jüngern solle der Erste der Letzte und der Letzte der Erste sein, kontrastierte er Religion und Politik. Denn die Herrscher unterdrücken ihre Völker, sagte Jesus, so aber soll es nicht unter euch sein.

Hier wird ein Freiraum sichtbar, in den keine Politik hineinwirken kann und darf – und den gerade deshalb Politik durch unantastbare Grundrechte und Menschenrechte sichern muss wie damals Esra das Recht der Juden durch Gesetze absicherte: Es geht um die Freiheit der Religion, die auch eine Freiheit ist, nicht religiös zu sein. Aber dass es in einer Gesellschaft überhaupt einen Raum von Freiheit gibt, den keine Politik antasten darf – ist nicht selbstverständlich. Es ist in sich selbst ein Politikum.

Dasselbe gilt von der Gerechtigkeit: Dass es im Ringen um Gerechtigkeit eine Gerechtigkeit gibt, die allen Menschen als Geschenk von Gott ohne Bedingungen angeboten wird und die niemand den Menschen rauben kann – das ist nicht selbstverständlich. Aber eben diese Gerechtigkeit wird im Evangelium verkündigt. Und das ist selbst ein Politikum. Aus ihr folgt, dass man niemandem seine Rechte nehmen darf.

            Dass es in den Konflikten der Welt einen Frieden gibt, der nicht von dieser Welt ist und der Christen immer wieder dazu motiviert, sich für den Frieden in der Welt einzusetzen, ist selbst ein Politikum.

 

Dieser Friede Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu.

Amen

 

 

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Letzte Änderung: 29.10.2013
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