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Zum Tod von Prof. Dr. Walther Eisinger
Die Theologische Fakultät gibt mit Bedauern den Tod von Prof. Dr. em. Walther Eisinger am 19.10.2014 bekannt. Er war seit dem 16.11.1965 Professor für Praktische Theologie (Religionspädagogik) an unserer Fakultät. Der Trauergottesdienst findet am Samstag, dem 25.10.2014, ab 10 Uhr in der Peterskirche statt.
7. Peterskirchendialog 2014
Am 21.10.2014 um 18:00 Uhr findet der 7. Peterskirchendialog Protestantische Positionen für das 21. Jahrhundert zum Thema "Verfügbarer Tod?" statt. Veranstaltungsort ist die Peterskirche, Plöck 70, 69117 Heidelberg.
Proseminar-Ankündigung
Das Proseminar (KG und ST) "German language Theology for English speakers" bei Herrn Peterson findet immer Freitags, 14-16 Uhr, im WTS ÜR II, Kisselgasse 1 statt.
Zum Tod von Dr. Dr. h.c. Edzard Rohland
Die Theologische Fakultät gibt mit Bedauern den Tod von Pfarrer i.R. Dr. Dr. h.c. Edzard Rohland am 31.08.2014 bekannt. Er war ein besonderer Freund und Förderer der Universität und der theologischen Wissenschaft.
Ersatz-Proseminar bei PD Dr. Rolf
Als Ersatz für das Proseminar von Dr. Kliesch bietet PD Dr. Rolf ein Proseminar zu Luthers Kleinem Katechismus am Montag 9-11 Uhr im Ökumenischen Institut an. Dafür entfällt das Seminar „Theologie in Alltagssprache“.

26.07.2009: Prof. Dr. Theo Sundermeier über Joh 6, 1-15

Predigt über Joh. 6, 1-15 im Universitätsgottesdienst in der Peterskirche

am 26. Juli 2009

 

Prediger: Prof. Dr. Theo Sundermeier

 

 

„Daß Jesus über das Wasser gegangen und sich auf dem Wasser den Jüngern genähert hat, dieser Gedanke ist kein Problem für mich, ich möchte vielmehr den Sinn dieses Vorganges verstehen“, sagte vor Jahren C.-F. von Weizäcker zu Günther Bornkamm. Das erzählte uns Bornkamm in einem seiner Seminare und lehrte uns, das NT anders und neu zu lesen. Zu sehr waren wir von der historistischen Fragestellung des 19. Jh. in der Auslegung geprägt, zu sehr fragt man bis heute so merkwürdig einseitig, ob sich etwas so oder so abgespielt hat, wovon die Evangelien berichten, und wir vergaßen dabei oft, nach dem Sinn zu fragen. Nicht daß die Frage nach dem Geschehen unwichtig ist, sie darf aber nicht den Blick verengen.

Unser Text zeigt uns dann den Sinn, wen wir darauf achten, wie Johannes die Geschichte von der Speisung der 5000 neu und anders erzählt als die anderen Evangelisten.

Johannes erzählt die Geschichte so, daß sie über sich hinausweist. Er betont 1. die Verbindung zum AT, lenkt die theologische Interpretation in eine neue Richtung und 3. Ebenso die kirchliche Praxis.

Brot steht im Mittelpunkt der Geschichte. Es ist auffallend, daß in der Bibel Brot sooft mit der Wüstenerfahrung verbunden wird. Dem wollen wir etwas nachgehen.

Da ist das Volk Israel. Unter schwierigsten Umständen konnten sie das Land der Unterdrückung verlassen. Voller Erwartung zieht man aus. Doch statt ins gelobte Land zu kommen erwartet sie die Leere einer Wüstenlandschaft. Dürre statt Regen, Hunger statt Sattwerden. Doch dann geschieht das Wunder: Sie dürfen sammeln, Tag für Tag, genug, wenn auch nicht im Überfluss. Gott gibt so viel, daß es jeden Tag reicht. Er gibt nicht im Überfluß und nicht im Voraus. Er gibt täglich Brot. Wer gierig ist, dem verfault das Manna über Nacht.

Elia flieht ja nicht nur vor denen Häschern der Königin, die sich an ihm rächen will. Er flieht auch vor Gott, weil er des Streites und seines Gottes müde ist. Ausgepowert vom Streit für Gott auf dem Berg Karmel und dem religiös-fanatischen Mord an den Baals-Priestern will er nur noch sterben. Doch Gott entlässt ihn nicht. Er sorgt auf wundersame Weise durch einen Raben dafür, daß Elia genug Brot hat und weiter gehen kann. Seine Wüstenwanderung endet am Berg des Moses. Dort lernt er, daß Gott nicht ein eifernder Gott ist, sondern in der Stille erfahrbar ist. Erst im Stillewerden empfängt die Seele das Brot, das zur Gesundung von Leib und Seele führt.

Jesus selbst muß in der Wüste erfahren, wie der Mangel an Brot zur Versuchung wird, zur Versuchung, das eigene Charisma zu missbrauchen; zur Versuchung, Übermenschliches anzustellen, um die Not zu überwinden. Er lernt es in der Wüste und lehrt es später, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt – aber ohne Brot kann er auch nicht leben. Und so wird die Bitte um das tägliche Brot das Zentrum seines großen Gebetes, das er uns gelehrt hat: Unser täglich Brot gib uns heute. Erst wenn wir verstanden haben, daß die Bitte um das tägliche Brot das Zentrum bildet im Gebet Jesu, dann erst wird in seiner ganzen Bedeutung deutlich, daß es noch mehr gibt als Brot, daß das Brot über sich hinaus weist.  Nur wenn wir den Leib so ernst nehmen, wie er ernst genommen werden muß, wird auch die andere Dimension verständlich: Der Mensch lebt auch vom Wort Gottes. Davon spricht unser Text. Das macht er deutlich.

Jesus nimmt den Leib ernst. Mit einem hungrigen Magen kann man nicht gut zuhören. Einem Hungrigen kann man nicht Rilke vorsetzen, und ein am Hunger Leidende darf nicht mit frommen Sprüchen abgespeist werden. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ (Brecht) - so ist es nicht gemeint. Aber daß der Mensch in seiner leiblichen Geschöpflichkeit ernst genommen werden muß, ist die Voraussetzung dafür, daß auch die Seele zu ihrem Recht kommt. Ausleger unseres Textes in den Kirchen in Übersee haben das vielleicht deutlicher erkannt als wir. Der Erzbischof der Syrisch-Orthodoxen Kirche Mar Osthatios greift aus dem Bericht des Matthäus den Satz heraus, da Jesus den Jüngern (in der Wüste!) den Auftrag gibt: „Gebt ihr ihnen zu essen“ (Matth. 14, 16). Das wird ihm zum Kernsatz für die soziale Verantwortung der Kirche. Er sieht in dieser Geschichte der Speisung der 5000 gerade nicht eine Wundererzählung, sondern ein beispielhaftes Vorbild für die Kirche, die zu den Menschen gesandt ist, die in der Wüste dieser Welt Hunger leiden: Der Kirche heute ruft Jesus zu: Gebt ihr ihnen zu essen! Dieser Auftrag Jesu appelliert an das soziale Gewissen der Kirche!

 

Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer von Bethel, der stets an Geldmangel litt im Kampf um die Versorgung seiner kranken Brüder, las aus dieser Geschichte, daß man nichts wegwerfen soll, was noch irgendwie verwendbar ist, auch Kleidung nicht. So gründete er die „Brockensammlung“, in die man Kleidung, aber auch Bücher und Geschirr abliefern kann, so daß es an Bedürftige weitergegeben werden kann. „Sammelt die übrigen Brocken“ steht über Tür der sog. „Brockensammlung“. Ich muß gestehen, daß ich nicht nur als Student in Bethel gern dorthin ging und dort den ersten Grundstock zu meiner Bibliothek legte. Auch als wir aus Afrika kamen und im Missionshaus in Bethel einige Wochen Ferien machten, waren froh, unsere Kinder und ein wenig auch uns selbst für die kältere Jahreszeit preiswert einkleiden zu können. – „Sammelt die übrigen Brocken“ – ein Nebensatz in der Geschichte wird herausgegriffen und hat eine bemerkenswerte Fernwirkung.

In China erlebte ich, daß bei den Untergrundkirchen das Zusammenkommen immer beides umfasst, gemeinsam auf Gottes Wort zu hören und gemeinschaftliches Essen. Es ist nicht zufällig, daß eins der Symbole, an denen sich die Mitglieder der Untergrundkirchen erkennen, die fünf Brote und die zwei Fische sind. In Holz- und Papierschnitten, aber auch als Holzschnitzwerk ist das Symbol weit verbreitet: Zwei Hände umschließen fünf runde Brote (fünf assoziiert in China Glück) und zwei Fische.

Daß der Fisch eines der ältesten Christussymbole ist, ist selbstverständlich auch in China bekannt und wird wie in der alten Kirche gleichsam als „offenes Geheimnis“  tradiert. Wenn zudem die fünf Fladenbrote die Form einer Lotusblüte, das in Asien so weit verbreitete Symbol von Reinheit und Erlösung, erkennen lassen, zeigt das, wie vielfältig diese Speisungsgeschichte verstanden wird und immer neue Auslegungs- und Anwendungsmöglichkeiten aus sich entlässt.

Für Johannes ist diese Geschichte Teil der Passionsgeschichte. Er verlegt sie aus der Wüste auf einen Berg und rückt sie näher an Jerusalem an, ohne konkret zu werden. Ausdrücklich weist er darauf hin, daß das Passahfest nahe ist.

Was bedeutet das für den Sinn des Textes? Der innere Aufbau der Erzählung erinnert an einen Gottesdienst. Ein liturgisches Grundmuster ist erkennbar. Jesu versammelt auf einer Anhöhe um sich seine Jünger, gleichsam die Presbyter, die erhöht sichtbar um den lebendigen Altar, Jesus selbst, sitzen und der Predigt lauschen. Die Menge sitzt tiefer, eher verstreut. Sie kommen von weit her. Der Prediger nimmt nun die Rolle als Gastgeber wahr, der die Gemeinde zum Mahl einlädt. Er läßt die Gäste sich ordentlich niedersetzen, Unordnung herrscht nicht. Die Jünger werden Amtsträger. Sie bekommen einen Auftrag. Sie sind Diener ihres Herrn. Brot und Fische werden verteilt. Es reicht für alle. Wenn Jesus einlädt, gibt es keinen Mangel.

Die Griechisch sprechenden Leser des Johannesevangeliums erkennen selbstverständlich unmittelbar die Fischsymbolik. Ichtus: Jesus Christus Gottes Sohn, Retter! Jesu teilt in dieser Speise sich selbst aus. Alle bekommen Teil an ihm. Nicht nur sein Wort sättigt, auch leiblich wird man seiner teilhaftig. So kostbar ist diese Speise, daß das übrig Gebliebene eingesammelt wird. Dies ist keine exklusive Speise für Geladene. Sie soll weitergereicht werden und auch andere satt machen.

Von den Fischen und ihrer symbolträchtigen Bedeutung wird später nicht mehr gesprochen, dafür greift Jesus auf das Bild des Brotes zurück. Der Grund ist einsichtig. Der Fisch ist ein wichtiges Nahrungsmittel, zumal für alle, die in der Nähe des Meeres oder eines großen Sees wohnen, wie dem See Genezareth, doch es ist keine lebensnotwendige Nahrung. Brot aber brauchen wir jeden Tag. Es  gehört zur täglichen Nahrung, jedenfalls im Nahen Osten, bei den Hörern Jesu.

In Asien ist „Reis der Himmel“, wie der koreanische Dichter und Widerstandskämpfer Kim Chi Ha in einem seiner Gedichte schreibt. Für Leute, die im Elend und am Verhungern sind, sind es geradezu „himmlische“ Vorstellungen, jeden Tag Reis zu haben: Reis ist der Himmel.

Für Hungernde im nahen Osten und bei uns ist „Brot der Himmel“. Diese Speisung erinnert an das Manna, die himmlische Gabe, die Gott den Kindern Israel beim Durchzug durch die Wüste gewährte. Das Brot, das die Jünger austeilen ist dieses Manna. Da es Jesus ihnen gibt, ist jetzt messianische Zeit.

Er selbst ist dieses Manna, sagt er, die unvergänglich ist und in das ewige Leben führt. „Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit“, sagt er.

Die Erzählung hat die Struktur der Abendmahlsliturgie. Jesus selbst gibt der Handlung die Deutung gibt: „Das Brot, das ich euch gebe, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt“ (Joh. 6, 51). Johannes hat keinen Bericht über die Einsetzung des Abendmahls geschrieben. Unser Text ist sein Bericht über die Einsetzung des Abendmahls. Durch die Erzählstruktur und Jesu Deuteworte macht Johannes klar, daß es bei der Speisung der Masse um das Abendmahl geht.

Aber was bezweckt er damit? Was sagt seine Erzählung über das Abendmahl aus, die ja offenbar niedergeschrieben wurde, als sich die Kirche und ihre Abendmahlstraditon schon etabliert hatten?

Zwei Aspekte drängen sich auf. 1.  Das Abendmahl wird in den Alltag verlegt. Es ist nicht das besondere, herausgehobene Sonntagsereignis im Leben der Christen, vielleicht drei- oder viermal im Jahr gefeiert, wie es in der lutherischen Tradition üblich geworden ist, sondern gehört ganz nahe an unseren Alltag heran. Es will Speise für Menschen sein, die hungrig sind an Leib und Seele. Und umgekehrt gilt: Alles Brot, das wir essen, soll zugleich an jene Speise erinnern, die nicht vergeht. So wie das Brot, das Jesus durch die Jünger an die Menge verteilt auf ihn verweist, so besitzt auch das Brot, das wir essen einen Mehrwert. Es weist auf ihn, den Geber aller Gaben, es weist auf das Brot, das wir im Abendmahl zu uns nehmen, den Leib Christi.

Das einfache Tischgebet „Komm Herr Jesu sei unser Gast und segne was du uns bescheret hast“ – lädt Jeus ein, als Gast zugleich Gastgeber zu sein, der der Tischgemeinde ebenso seinen Segen gibt, wie er den Hungernden nach der Predigt Speise gab.

In Rehoboth, einer Gemeinde in Namibia, nannte man den Tisch, um den sich die Familie zu jeder Mahlzeit zum Essen aber auch zum Gebet versammelt, den „Hausaltar“. Hier spürt man noch etwas davon, wie der Alltag über sich hinausweist, und das Brot, das wir essen, immer geschenktes Brot ist, das auf den Geber verweist.

Wer nicht im Luxus lebt, sondern weiß – viele von uns haben das in der ersten Nachkriegszeit auch erlebt – wie wenig es selbstverständlich ist, daß der Tisch täglich gedeckt wird, der ahnt auch etwas davon, daß Brot mehr ist als Brot.

Vincent van Gogh wusste wohl etwas davon, als er unter den ärmsten Grubenarbeitern lebte. Auf einer frühen Radierung sehen wir eine Familie um den Tisch versammelt, eine Glühbirne wirft etwas Licht auf sie, die in der Mitte auf dem Tisch nichts haben als Kartoffeln. „Die Kartoffelesser“ ist vielleicht das säkularste Abendmahlsbild des 19. Jh. aber den Geist unseres Textes hat es stringent eingefangen.

Ein 2. Aspekt ist ebenso wichtig: Das letzte Passahmahl hat Jesus mit seinen Jüngern gefeiert. Das hatte etwas Exklusives an sich. So jedenfalls hat es sich ausgewirkt in der Feier des Abendmahls in der frühen Kirche. Die Zulassung zum Abendmahl wurde restriktiv gehandhabt. Das Heilige durften nur „Heilige“ empfangen. Daß das Abendmahl die Kraft der Heiligung besitzt, weil es Sünden tilgt, und deshalb Sünder die ersten und eigentlichen Empfänger sein sollten, wurde dabei merkwürdig zu Seite geschoben. Die Zulassung zum Abendmahl wurde Bedingungen unterworfen. Jesu Gleichnis vom großen Abendmahl, da der König seine Boten aussendet, die Menschen von den Straßenrändern in den Saal zu holen – ohne Vorbedingung also, schien in Vergessenheit zu geraten. Dagegen macht Johannes mit seiner Abendmahlsgeschichte von der Speisung der Vielen deutlich Front: Alle sind eingeladen. Jeder, der Jesu Wort hört, darf auch von ihm gesättigt werden. Niemand wird ausgeschlossen. Alle haben Zugang zum Brot des Lebens. Ausschließen kann man nur sich selbst. Wer keinen Hunger hat, wird nicht gezwungen zu essen.  Wer aus der Hand der Jünger kein Brot annehmen will, wird nicht dazu gezwungen.

Damit sind wir bei einem heiklen Punkt unserer Abendmahlspraxis: Daß Jesus beim Abendmahl der Gastgeber ist und nicht die Kirchen, war die eigentliche Erkenntnis, die den Durchbruch in den Konsensgesprächen zwischen Reformierten und Lutheranern brachte. Die Differenz zur Orthodoxen und Katholischen Kirche aber blieb bestehen und hat sich in der neueren Zulassungspraxis wieder verschärft.

Aber sind wir bereit, dem Johannestext zu folgen? Wie wird bei uns zum Abendmahl eingeladen? Zwar soll der Satz: „Alle Getauften sind eingeladen“ Offenheit signalisieren, so daß sich Angehörige anderer Konfessionen nicht ausgeschlossen fühlen. Zugleich aber markiert er doch eine deutliche Grenze: Nur die Getauften dürfen kommen. Diese Mauer hat Jesus nicht aufgerichtet. Seine Einladung ist bedingungslos. Wer Hunger hat darf kommen.“Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen sind, ich will euch erquicken“ (Matth11, 28), „Ich gebe euch das Brot des Lebens“.

Die Frage, ob Nichtchristen also der Einladung folgen und am Abendmahl teilnehmen dürfen, mag für uns im Augenblick nicht besonders relevant erscheinen, doch für bi-religiöse Ehen, die es nun auch in unserer Mitte gibt, ist dies eine höchst relevante Frage. In den Kirchen in Übersee ist sie höchst brisant, da sehr viele Christen mit Nichtchristen verheiratet sind.

In Japan wurde im vorigen Jahr eine Gemeinde aus dem Kyodan, der Vereinigten Evangelischen Kirche, ausgeschlossen, weil sich der Pfarrer dieser biblischen Einsicht nicht entziehen wollte und jeden einlud, der das Wort des Lebens nicht nur akustisch im Predigtwort, sondern auch leiblich empfangen wollte. Eine Frau, die regelmäßig zum Gottesdienst kam, aber nicht getauft war, hatte er zugelassen. Das führte zum Ausschluss der Gemeinde.

Der Kirchentag bietet solch offenes Abendmahl beim Schlussgottesdienst an. Jeder ist eingeladen. Wer Wein und Brot nicht zu sich nehmen will, reicht den Kelch und den Brotteller weiter. Vom Abendmahl dürfen wir niemanden ausschließen, denn wie kann man jemandem verweigern, Vergebung und Glückseligkeit zu empfangen? Vom Abendmahl kann man nur sich selbst ausschließen.

Diese bedingungslose Einladung Jesu aber soll uns ermutigen, vom Abendmahl Gebrauch zu mache. Hier empfangen wir Vergebung und Leben, Leben hier und in Ewigkeit. Denn „wer mein Brot isst“, sagt Jesus, „wird leben in Ewigkeit“ (Joh. 6,59).

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Letzte Änderung: 29.10.2013