Predigten in den Wintersemesterferien 2014

Predigtplan Wintersemesterferien 2014

03.08.2014: Dr. Fabian Kliesch über 2 Mose 16,11-18

Friede sei mit Euch von dem der da ist, der da war und der da kommt. Amen. Mehr als genug. Wer gestern Abend zum Essen ausgegangen ist oder wie manche der heute Anwesenden auf einer Tagung mit gutem Essen versorgt wurde, der kann sicher sagen: es was mehr als genug. Mehr als genug. Das hätten die Jünger Jesu sagen können. Nachdem die 5.000 Menschen alle auf wundersame Weise satt geworden sind ist dazu noch viel übriggeblieben. Mehr als genug. Wenn wir dagegen sagen „soviel du brauchst“, klingt das wie eine Beschränkung von Möglichkeiten. Keine Auswahl. Kein Überfluss. Soviel du brauchst. Das passt erstmal nicht zu unseren überreich gedeckten Tischen.
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13.04.2014: Prof. Dr. Helmut Schwier über EG 126

Liebe Gemeinde, „Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes“ – so beginnen wir unsere Gottesdienste. Und nicht wenige verstehen: im Namen eines Gottes mit großväterlichen Zügen, im Namen eines vorbildlichen Menschen und im Namen eines großen Fragezeichens. Der Heilige Geist – das große Fragezeichen! Das große Fragezeichen im Blick auf mein Leben: wirkt er eigentlich in meinem Leben, auch wenn ich nicht so großartige Erfahrungen mache oder wenig spüre? Das große Fragezeichen für die Kirche: ist er gegenwärtig in der Kirche, und das heißt konkret: hier und heute, Peterskirche seit 10 Uhr, oder hat er sich von den alten Konfessionen längst verabschiedet und wirkt nur noch spektakulär in den wachsenden Pfingstkirchen? Das große Fragezeichen für die Theologie: wie kann man ihn (Geist; lat.: spiritus) oder sie (hebr.: ruach) oder es (griech.: pneuma) verstehen und denken?
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16.02.2014: Prof. Dr. Theo Sundermeier über Röm. 9,14-24

„Was sollen wir denn hier sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne! Denn er spricht zu Mose:,Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und welches ich mich erbarme, des erbarme ich mich‘. So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. Denn die Schrift sagt zum Pharao: Eben darum habe ich dich erweckt, daß ich an dir meine Macht erzeige, auf daß mein Name verkündigt werde in allen Landen.“ So erbarmt er sich nun, welches er will, und verstockt welchen er will. So sagst du zu mir: Was beschuldigt er denn uns? Wer kann seinem Willen widerstehen? Ja, o Mensch, wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich also? Hat nicht ein Töpfer Macht, aus einem Klumpen Lehm zu machen ein Gefäß zu Ehren und das andere zu Unehren? Darum, da Gott wollte Zorn erzeigen und kundtun seine Macht, hat er mit großer Geduld getragen die Gefäße des Zorns, die da zugerichtet sind zur Verdammnis; auf daß er kundtäte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er bereitet hat zur Herrlichkeit, welche er berufen hat, nämlich uns, nicht allein aus den Juden, sondern auch uns den Heiden.“ Wie hart, ja brutal dieser Text ist, wird noch deutlicher, wenn ich auch die vorangehenden Verse 10 - 13 lese:
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30.03.2014: Prof. Dr. Jörg Neijenhuis über Jes 54,7-10

Liebe Gemeinde! Den Predigttext hören wir aus dem Buch des Propheten Jesaja im 54. Kapitel: Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser. Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will. Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer. I Das sind starke Worte! Gottes Gnade wird nicht von dir weichen, und Gottes Friedensbund wird nicht hinfällig werden. Diese starken Worte sind dem Volk Israel gesagt worden.
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23.03.2014: Pfarrer Dr. Hans-Georg Ulrichs über 1. Könige 19,1-8

Die Bibel ist voller Persönlichkeiten – sonst wären diese Geschichten ja auch gar nicht bewahrt geblieben. Die meisten von ihnen rühren auch uns heute noch an. Elia – „eine Gestalt von geradezu urweltlicher Wucht und schwindelerregendem prophetischem Selbstbewusstsein“. So hat es der große Heidelberger Alttestamentler Gerhard von Rad vor vielen Jahrzehnten ausgedrückt. Elia lässt einen nicht unberührt, nicht unbeeindruckt. Warum? Als positives Beispiel oder gar Vorbild kann man ihn ja nicht wirklich mit gutem Gewissen nehmen, denn wenn man etwas Richtiges, etwas Sanftes von ihm benennt, dann darf man das Gewaltige, ja das Gewalttätige doch nicht verschweigen. Elia ist nicht jemand, dessen Tun und Lassen wir so einfach eins zu eins für uns fruchtbar machen können.
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09.03.2013: Pfarrer Dr. Martin-Christian Mautner über Jak 1,12-18

Liebe Gemeinde. „Blick nach oben, Münder offen, so seh’n Menschen aus, die hoffen. Alles Gute, solang Frieden, ist von oben uns beschieden.“ Die Kamera zeigt eine erwartungsfroh nach oben blickende Menschenmenge. Und schon schwebt an einem knallroten Ballon hängend das Heißersehnte von oben herab – der neue Kleinstwagen einer Nürnberger Motorradfabrik. Der soll nach langer Zeit der Entbehrungen die Einwohner von Trizonesien beglücken mit diesem naiven Werbefilmchen der ersten Wirtschaftswunderjahre. Nun, das Wägelchen wurde ein Flopp. Womöglich lag das auch an der arg einfältigen Art der Bewerbung nach dem Sprichwort „Alles Gute kommt von oben“.
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02.03.2014: Dr. Fabian Kliesch über Jes 58,1-9a

Mein Gott und Schirmer, steh mir bei; sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich gar sehr der Feinde Heer anficht auf beiden Seiten. (EG 275,3) Mit dem letzten Lied haben wir uns noch einmal in die Klangwelt des 31. Psalms begeben. Mit seinen Worten haben wir bereits am Anfang des Gottesdienstes gebetet: sei mir ein starker Fels und eine Burg, Gott! In der Vulgata, der lateinischen Bibelübersetzung, heißt das: Esto mihi in rupem praesidii et in domum munitam. Esto mihi, sei mir, das ist nicht nur ein Zitat des 31. Psalms, sondern der Name des heutigen Sonntags. Esto mihi: Gott sei für mich etwas, Gott sei mir etwas, sei mir ein starker Fels und eine Burg ... Das Bild der Burg mag bei uns heute unterschiedliche Assoziationen auslösen: vielleicht denken wir an romantische Burgruinen, wie das Heidelberger Schloss. Vielleicht denken wir an kostümierte Ritter und Gaukler. Vielleicht denken wir an das dunkle Mittelalter, einer Zeit weit weg von uns heute. Das Bild von der Burg im Psalmtext zielt auf etwas anderes ab. Auf etwas Festes, Beständiges. Im hebräischen Text steht bet mezudoth/befestigest Haus. Gott ist wie ein befestigest Haus, er soll Sicherheit und festen Schutz geben, an ihm soll man sich fest machen können.
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09.02.2014: Hochschulpfarrer Dr. Hans-Georg Ulrichs über 2. Petr 1,16-21

Worauf, liebe Gemeinde, worauf kommt es an und aus welchem Grund hat jemand recht? Das ist eine grundsätzliche Doppel-Frage bei allen Personenverbindungen, seien es Vereine, Institutionen, Interessensgruppen oder was auch immer. Letztlich sind die Dinge strittig, das Gemeinsame muss je und je durch Kommunikation austariert werden. Meistens funktioniert das ganz ordentlich unter uns Menschen, es gibt da ein vernünftiges Maß an Kontinuität und Innovation zu normalen Zeiten, nur wenn Krisen auftreten, wenn es Streit gibt, wird es unerquicklich. Zumal in der Kirche, wo nicht nur Menschen miteinander um die angemessene Meinung ringen, sondern wo es gilt, auf einen anderen zu hören
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Letzte Änderung: 29.02.2016
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