Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie Lehrstuhl Hoffmann

Schwerpunkt: Globales Christentum, interkulturelle und interreligiöse Beziehungen

Prof. Dr. Claudia Hoffmann

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Globales Christentum, interreligiöse und interkulturelle Beziehungen

Der Lehrstuhl widmet sich Transformationsprozessen des Christentums in globaler Perspektive und fragt nach den Bedingungen, Formen und Folgen religiösen Wandels in einer verflochtenen Welt. Drei Forschungsschwerpunkte gliedern diese Arbeit.

Religion und Migration steht im Mittelpunkt zweier aufeinander aufbauender Forschungsprojekte (abgeschlossen). Ein Projekt untersuchte sogenannte Migrationskirchen in der Schweiz in ihrer ökumenischen Dimension. Das Projekt widmete sich theologischen Fragen und kirchenpolitischen Vernetzungen. Das Folgeprojekt zu interreligiösen Kontaktzonen in superdiversen Kirchgemeinden erweiterte diese Perspektive. Im Zentrum standen interreligiöse Begegnungen und ihre gesellschaftspolitische Relevanz. Theoretisch wurde dieser Übergang durch das Konzept der Conviviality erschlossen, das die Bedingungen und Spannungen des religiösen Zusammenlebens im urbanen Raum beschreibbar macht. In Planung ist ein Folgeprojekt, das die Perspektive umkehrt und danach fragt, wie Migration Religion selbst verändert. Welche Transformationen theologischer Vorstellungen und religiöser Praktiken lösen Migrationserfahrungen aus und welche neuen religiösen Ausdrucksformen entstehen dabei?

Globale Christentumsgeschichte bildet den zweiten Schwerpunkt, mit einem besonderen Fokus auf Indonesien. Die polyzentrischen Strukturen des weltweiten Christentums werden hier in kirchen-, missions- und religionsgeschichtlicher Tiefenperspektive sichtbar gemacht. Kooperationen mit dem Archiv der Basler Mission / Mission 21, dem Institut Agama Hindu Kaharingan und weiteren Partnerinstitutionen ermöglichen eine Forschung, die globale Verflechtungen und lokale Eigenlogiken gleichermaßen ernst nimmt.

Religion und Nachhaltigkeit greift eine Verschiebung auf, die in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit deutlich spürbar ist: Galt Religion lange als Hindernis für Modernisierung und Entwicklung, haben säkulare Akteure wie die Weltbank religiöse Faktoren zunehmend in ihre Arbeit integriert. Religiöse Gemeinschaften werden heute als wichtige Stakeholder anerkannt, nicht-materielle Ziele rücken auf die Agenda. Der Lehrstuhl untersucht diese Neupositionierung kritisch und fragt nach Chancen, Ambivalenzen und Grenzen einer solchen Zusammenarbeit.

Quer durch alle drei Schwerpunkte zieht sich die Auseinandersetzung mit Interkulturellen Theologien mit post- und dekolonialen Perspektiven. Die Frage, wer theologisches Wissen produziert, unter welchen Machtbedingungen und mit welchen Geltungsansprüchen, ist für den Lehrstuhl kein bloß akademisches Problem, sondern eine methodische und ethische Grundfrage der Religionswissenschaft und Interkulturellen Theologie.