Besuch des Ministerpräsidenten am 20.02.26 Winfried Kretschmann besucht Theologische Fakultät der Universität Heidelberg

Heidelberg, 20. Februar 2026 – Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat am 20. Februar 2026 die Theologische Fakultät der Universität Heidelberg besucht. Im Zentrum des mehr als zweistündigen Austauschs mit Lehrenden, Studierenden und kirchlichen Vertreterinnen standen die gesellschaftliche Rolle des Christentums in der Gegenwart sowie der Beitrag universitärer Theologie und der Kirchen zur öffentlichen Orientierung in einer pluralen Gesellschaft.

Begrüßt wurde der Ministerpräsident von der Prorektorin für Transfer und Innovation, Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern, sowie von der badischen Landesbischöfin Dr. Heike Springhart, die zugleich als außerplanmäßige Professorin an der Fakultät lehrt. In der Bibliothek des Theologischen Seminars erhielt Kretschmann Einblick in eine frühe Ausgabe des Heidelberger Katechismus aus dem 16. Jahrhundert. Die in über 40 Sprachen übersetzte Schrift gilt als eine der wirkmächtigsten theologischen Veröffentlichungen aus Heidelberg und prägte die Entwicklung protestantischer Kirchen weltweit.

Das Gespräch, moderiert vom Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Thorsten Moos, widmete sich insbesondere den Transformationsprozessen des christlichen Glaubens in der Moderne und den Folgen einer abnehmenden Bindungskraft institutionalisierter Religion. Deutlich wurde dabei, dass der Rückgang traditioneller religiöser Konventionen nicht allein als Verlust, sondern auch als Chance zur Neuerschließung religiöser Überlieferungen verstanden werden kann. Die universitäre Theologie, so der Tenor der Diskussion, eröffne Denk- und Resonanzräume, die angesichts pluraler Bildungsbiografien und unterschiedlicher religiöser Hintergründe von besonderer Bedeutung seien. Auf diese Weise vermittle sie nicht nur Kompetenzen für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer, Lehrkräfte und weitere Berufsfelder, die religiöse Lage der Gegenwart in ihren kulturellen und religiös wie weltanschaulich vielfältigen Kontexten zu verstehen und deuten zu können, sondern leiste auch einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.

Eindringlich appellierte der Ministerpräsident an die Fakultät, gesellschaftlichen Strömungen der Wissenschaftsfeindlichkeit entschlossen entgegenzutreten. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssten so kommuniziert werden, dass sie breite gesellschaftliche Resonanz finden. Für die Theologie schließe dies ein positives Verständnis von Mission im Sinne eines begründeten Glaubens ein, der öffentlich Rechenschaft über seine Inhalte abzulegen vermag – sowohl im Blick auf die Gewinnung theologischen Nachwuchses als auch hinsichtlich neuer Formen kirchlicher Kommunikation. Insgesamt zeigte sich Kretschmann beeindruckt vom reflektierten Ringen der Fakultät um zeitgemäße Formen theologischer Forschung und Lehre, von der differenzierten Kooperation mit den Kirchen sowie von ihrer ausgeprägten interdisziplinären und internationalen Vernetzung.

 

 

Kretschmann