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03.02.2013: Prof. Dr. Winrich Löhr über Jes 55,6-12a

 

Predigt zu Jesaja 55,6-12a

 

6 Suchet den Herrn, solange er zu finden ist, ruft ihn an, solange er nahe ist.

 

7 Der Gottlose lasse von seinem Weg, und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.

 

8 Denn meine Gedanken sind nicht Eure Gedanken, und Eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr.

 

9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als Eure Wege und meine Gedanken als Eure Gedanken.

 

10 Denn wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, es sei denn, er feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen,

 

11 so soll das Wort, das aus meinem Munde ausgeht, nicht wieder leer zu mir zurückkehren, es sei denn, daß es  tun wird, was mir gefällt, und ihm gelingen wird, wozu ich es sende.

 

12 Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.[1]

 

 

Liebe Universitätsgemeinde!

 

„Denn meine Gedanken sind nicht Eure Gedanken, und Eure Wege sind nicht meine Wege“ –  gerade dieser Vers aus Jes 55 gehört zu den bekanntesten Stellen des Alten Testamentes. Auch Christen hat gerade dieser Vers immer wieder geholfen, ihren Glauben und ihre Sinnlosigkeits- und Vergeblichkeitserfahrungen zu formulieren. Er fand Resonanz in ihrer Erfahrung und wurde so Teil ihrer persönlichen Theologie. Dabei kann man diesen Vers auf verschiedene Weise verstehen: 

 

Da gibt es zum einen die Christen, die sich und anderen diesen Vers sagen, um eine unerklärliche Wendung in ihrem Leben zu verarbeiten. Der Vers tröstet sie, wenn sie ein unerwartetes Unglück betroffen hat, wenn sie zB einen geliebten Mensch vor der Zeit verloren haben. Den Vers aussprechen, vor sich selbst oder vor anderen, heißt dann: Auch wenn ich die Wendung meines Lebens nicht verstehe, so gibt es doch ein Verstehen, in dem mein Leben aufgehoben ist.

 

Andere Christen verstehen diesen Vers vielleicht so: Hat Gott Gedanken, Absichten und Pläne, so überschneiden sie sich auf keinen Fall mit unseren Gedanken, Absichten und Plänen. Ja, so mögen sie denken, antike  und moderne Philosophen haben wohlrecht: Gott ist eine Art Prinzip, eine Art im Kosmos waltende Superrationalität, die aber schwer zu verstehen, und noch schwerer anderen zu kommunizieren und zu akzeptieren ist.

 

Wieder andere Christen halten diesen Vers mit frommer Skepsis der akademischen Theologie entgegen: Ist jede Theologie nicht der untaugliche Versuch, Gott in seinem Geheimnis und in seiner grundsätzlichen Verborgenheit aufzuspüren?  Übernehmen sich die Theologie und die Menschen, die sie treiben, nicht ganz gewaltig? Ist nicht vielmehr frommer Ergebenheit in Gottes Willen und Pläne die einzig angemessene Haltung gegenüber Gott?

 

Aber auch akademische Theologie kann sich ihren Reim auf diesen Vers machen: Ist Gott nicht der ganz Andere? Der immer wieder ganz Andere, der sich so unseren Projektionen und Gottesbilder entzieht? Steht dieser Vers nicht für das Ende jeder menschlichen Religion, die nur Götzendienst ist?

 

Christenmenschen haben jeder und jede ihre eigene akademische oder nicht akademische Theologie. Und dieser Vers ist ein wichtiger Resonanzboden solcher persönlicher Theologien. Wie wir als Christen diesen Vers, der von dem fremden, ja dem verborgenen Gott handelt, auslegen und nachsprechen, sagt etwas über unsere persönliche Theologie. Aber bevor wir ihn für uns auslegen und nachsprechen, müssen wir ihn etwas genauer und im Zusammenhang betrachten. Das soll unter zwei Überschriften geschehen:

 

  1. Der nahe und der ferne Gott

 

  1. Das Wort Gottes

 

  1. Der nahe und der ferne Gott

 

Der Gott, dessen Gedanken und Pläne nicht unsere Gedanken und Pläne sind, ja dessen Gedanken und Pläne so hoch erhaben wie der Himmel über der Erde sind (damit soll ein Maximum bezeichnet werden), dieser Gott ist ganz nahe:

 

6 Suchet den Herrn, solange er zu finden ist, rufet ihn an, solange er nahe ist.

 

Der ganz erhabene und in seiner Erhabenheit ferne Gott, ist – so verkündet der Prophet – gerade der nahe Gott, der sich von dem, der ihn sucht, finden lässt. Man könnte auch sagen: Gott ist gerade dann ganz nahe, wenn er und unsere Pläne nicht übereinstimmen. Gerade bei dem Gott ist viel Vergebung, dessen Wege nicht unsere Wege sind.

 

Dieses paradoxe Ineinander der Nähe und der Fremde, von äußerster Distanz und intensivster Zuwendung findet,  sich auch an anderen Stellen der Bibel. Besonders häufig aber findet es sich im Deuterojesajabuch; es handelt sich sozusagen um eine theologische Grunderkenntnis Jesajas:

 

So heißt es in Jes 40:

 

28 Weißt Du nicht? Hast Du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.

 

29 Er gibt den Müden Kraft und Stärke genug den Unvermögenden.

 

30 Männer werden müde und matt und Jünglinge straucheln und fallen, aber die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler…“

 

In Jes 45,15 ist das Paradoxon in einem einzigen Vers verdichtet:

 

15 Fürwahr, Du bist ein verborgener Gott, Gott Israels, Retter (Übersetzung Hermisson).

 

Im Neuen Testament ist es besonders der Apostel Paulus, der diese Theologie der Nähe und der Fremde Gottes, der Offenbarung und der Verborgenheit aufgreift. So legt er im Römerbrief Gottes universalen Heilsplan dar, um dann so zu schließen:

 

Rö 11,33  O welche Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

 

Der nahe und sich zuwendende Gott als der erhabene, fremde und unbegreifliche Gott – dieses Paradoxon lässt sich zunächst einmal religionshistorisch verstehen:

 

Im Deuterojesajabuch – so hat  die Forschung immer wieder festgestellt –gewinnt der Glaube Israels an den einen Gott eine universale Dimension. Damit ist ein wichtiger Schritt in der Entstehung des Monotheismus getan: Es geht nun nicht mehr nur darum, dass Israel ausschließlich seinen Gott verehrt (so wie die Nachbarvölker ausschließlich ihre jeweiligen Götter verehren), sondern der Gott Israels ist der eine, universale Gott. Aus der Monolatrie (der Verehrung eines Gottes) wird so allmählich der Monotheismus (die Theologie des einen und einzigen Gottes).

 

Die sich im Deuterojesajabuch niederschlagende religionsgeschichtliche Entwicklung war von theologischer Erkenntnis begleitet:

 

Zum einen wurde erkannt: Der eine Gott ist letztlich der einzige, der handelt. Im Exil, konfrontiert mit der Fremde, ihrer fremden Kultur und ihren fremden Göttern, weitete sich der Horizont der kleinen Gemeinde der Frommen.

 

Für das, was die Medien über das Weltgeschehen berichteten, kann man nun nicht mehr verschiedene Mächte und Götter verantwortlich machen. Wenn der eine Gott der einzige ist, der handelt, wenn die anderen babylonischen Götter im Vergleich zu ihm nichts sind, so ist er auf  verborgene Weise hinter allem Geschehen. Der eine Gott handelt und er handelt auf eine Weise, die nicht immer einsehbar ist: Seine Wege scheinen verschlungen, seine Pläne und Gedanken unausforschlich. Die an diesen Gott glauben, müssen nun erkennen, dass

 

40,17 die Völker vor ihm wie nicht sind und ihm als nichtig und eitel gelten

 

aber auch, dass er den Perserkönig Kyrus zu seinem Werkzeug macht, um Israel im Exil den Weg in die Heimat zu eröffnen.

 

Der Universalität, Fremdheit und Unerforschlichkeit des einen Gottes aber –  dies ist zweite Erkenntnis, die sich im Deuterojesajabuch anbahnt – entspricht die Nähe dieses Gottes für jeden und jede, die sich ihm zuwenden. Der Gott, der fremd ist und dessen Pläne und Gedanken wir nicht einsehen können, ist derjenige, bei dem viel Vergebung ist.

 

Ja, man könnte sagen – und dies ist eine geradezu weisheitliche Einsicht – dass  Gott gerade deshalb im Verborgenen wirkt und handelt, weil er von den Menschen gesucht und gefunden werden will: Das Geheimnis zieht an. Die Verborgenheit Gottes  ist nicht eine sterile Verborgenheit, die nur ihre Überlegenheit demonstrieren will. Sondern sie ist eine Verborgenheit, die einlädt.

 

Und das Fremdsein dieses Gottes ist nicht das totale Immer-Wieder-Anderssein, das die Gedanken, Pläne und Projekte der Menschen einfach verneint. Dann wäre Gott auch nur eine Projektion, gewissermaßen die Negativfolie des Menschen. Seine Gedanken wären die Verneinung unserer Gedanken und damit von unseren Gedanken abhängig. Aber das meinen unsere Verse nicht: Sondern Gott ist mit seinen Gedanken und Absichten die Verneinung bestimmter menschlicher Absichten und Gedanken, die die Bibel als nichtig bezeichnet, weil sie Gottes Geboten widersprechen. Aber der fremde und verborgene Gott lädt diejenigen, die von ihren nichtigen Gedanken lassen, die zur Umkehr bereit sind, in seine Nähe ein. Er hört nicht auf, einzuladen – das ist gemeint, wenn gesagt wird, dass bei ihm viel Vergebung ist.

 

Wenn es aber stimmt dass der eine Gott nur so sein kann, dass er verborgen Anwesende und Handelnde ist, wie sieht dann dieses Handeln aus? Wo wird dieses verborgene Handeln erkenn- und erfahrbar? Damit kommen wir zu zweitem Gesichtspunkt dieses Textes

 

  1. Dem Wort Gottes

 

Dass Gottes Wort wirksam ist, erfahren wir an vielen Stellen des Alten Testaments: So schafft Gott nach dem Schöpfungsbericht in 1 Mose 1 durch sein Wort. Vor allem aber haben die Propheten immer wieder von der Wirksamkeit des Gotteswortes geredet: Das Wort Gottes geht aus, es trifft ein, es kommt zu den Menschen, ja es überfällt sie geradezu. Das Wort Gottes ist wie Feuer und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert. Das Alte Testament, und dann Judentum und Christentum sind sich einig, dass Gott, der Verborgene und Fremde und Erhabene, eine kommunikative Seite hat, sein Wort. Und sowohl jüdische als auch christliche Theologie können vom Wort Gottes, von seinem Logos, als einer Art Hypostase reden, d.h. als einer Realität, die in gewissem Maße von Gott in seiner Verborgenheit unterschieden werden kann. Als eigene Realität ist das Gotteswort wirksam.

 

Aber im Exil war der kleinen Gemeinde Gottes nicht nur die Macht Gottes zweifelhaft geworden, sondern auch die Wirksamkeit seines Wortes. Bei Deuterojesaja finden sich mehrere Passagen, in denen der Prophet auf diesen tiefen Zweifel zu beantworten versucht. Ja, er beschwört die Wirksamkeit und Gültigkeit des Gotteswortes geradezu. Für Deuterojesaja liegt Gottes ganze Macht und Wirksamkeit in seinem Wort. So legt er zB mit Argumenten dar, dass das, was früher von den Propheten vorhergesagt wurde, tatsächlich eingetreten ist.

 

Hier, im 55.Kapitel aber, äußert er sich noch grundsätzlicher: Das Wort Gottes und seine Wirksamkeit werden mit Regen und Schnee verglichen, die vom Himmel fallen und nicht zurückkehren, ehe sie nicht das das dürre Land befeuchtet und fruchtbar gemacht haben. In gleicher Weise, so heißt es, geht das Wort Gottes aus seinem Munde aus, und kehrt nicht wieder leer zu ihm zurück, sondern tut, was ihm gefällt.

 

Die gelehrte Exegese hatte und hat ihre Mühe mit dem genauen Verständnis dieser Verse. Besonders die Vorstellung eines Kreislaufes, in dem sich der Regen wie das Wort Gottes bewegen, machte Schwierigkeiten.

 

Eusebius von Cäsarea, der Kirchenhistoriker und Exeget vom Anfang des vierten Jahrhunderts, fasste in seinem Jesajakommentar den Vergleich und das Verglichene in einer Auslegung zusammen. Er legte den Vers so aus, dass hier vom dem einen Wort Gottes, vom Logos Gottes, von Jesus Christus selbst die Rede sei, der zur Erde kommt, um die Seelen der Menschen zu bewässern und fruchtbar zu machen und der hernach zum Vater zurückkehrt.

 

Eine solche Exegese, die das Neue Testament in das Alte Testament hineinliest,  findet heute wenig Anklang bei den Alttestamentlern. Zur Erhellung der Passagen schlugen moderne Exegeten einen anderen Weg ein und bemühten sich besonders um das Verständnis des Vergleichs. Sie stellten Vermutungen über die naturwissenschaftliche Bildung Deuterojesajas an:  Möglicherweise, so spekulierten sie, hatte Deuterojesaja  ausgedehntere naturwissenschaftliche Kenntnisse und spielte auf den Prozess der Verdunstung an, wenn er von einer Rückkehr der vom Himmel kommenden Feuchtigkeit redet.

 

Doch vielleicht ist kein Zufall, dass Deuterojesaja es bei negativen Formulierungen belässt, dass er den Kreislauf von Wasser und Gotteswort allenfalls andeutet und nicht erklärt. Vielleicht will der allenfalls angedeutete, aber nicht beschriebene Kreislauf nur die Intensität und Beständigkeit der Kommunikation Gottes unterstreichen, vielleicht soll nur gesagt werden, dass das Wort Gottes zuverlässig ist und zuverlässig wieder kommt, wie der Regen, der letztlich auch nach der größten Dürre immer wiederkommt.

 

Man könnte auch sagen: Für Deuterojesaja kehrt das Gotteswort erst einmal gar nicht zu Gott zurück, nicht leer und auch nicht gefüllt. Es bleibt hier, auf der Erde, denn dorthin ist es von Gott gesandt, dort wirkt es fort und fort, nach Gottes Wohlgefallen und Willen.

 

Deuterojesaja ist im Alten Testament der Experte in Sachen Gottesworte, er hatte Erfahrung mit ihnen: Mit solchen, die, kaum verkündet, sich schon erfüllen, mit solchen, die ihre Zeit brauchen, um einzutreffen und sich mit Sinn zu füllen, und schließlich mit solchen, die über große Zeiträume gar nicht zu wirken scheinen. Deuterojesaja, der schon auf eine lange prophetische Tradition zurückblicken kann, der sie zitiert und interpretiert, weiß, wie das Wort Gottes wirkt und wirkt und nicht an das Ende seines Wirkens kommt. Das Wirken dieses Wortes – das steckt auch in dem Vergleich mit dem Regen und Schnee, der das dürre Land fruchtbar macht – nährt und erhält die, die damit umgehen.

 

Hat Deuterojesaja mit seiner Botschaft Recht behalten? Oder hat er der kleinen Gemeinde im Exil falsche Hoffnungen gemacht, als er ihnen einen Auszug in Frieden, ein Geleit in Freuden prophezeite?

 

Die nüchterne historische Antwort ist, dass die Hoffnung auf die Wende durch Kyros und die Perser nicht getrogen hat. Jerusalem und der Tempel wurden wieder religiöses Zentrum.

 

Aber diese Antwort verfehlt Wesentliches. Das Gotteswort wirkt eben nicht so, dass es sich erfüllt und damit abgetan ist. Das Gotteswort ist nicht die To-do-Liste Gottes, die er und die Menschen gemeinsam abhaken können. Gottes Wege sind unerforschlich und so hat das Gotteswort einen Überschuss, ein Mehr,  das sich erfüllen will und das bei denen wirkt, die mit dem Gotteswort täglich umgehen, denen es anvertraut ist und die ihm vertrauen. Das Reich der Babylonier ist ebenso verschwunden wie das Reich der Perser, und ihre Götterkohorte und ihre Euphratthrone interessieren nur noch die Historiker und Archäologen. Aber die Worte Deuterojesaja sind noch heute  im Mund und im Ohr der Gemeinde Gottes. Sie wurden weitergegeben, mal im Verborgenen geflüstert, und mal in aller Öffentlichkeit verkündet, sie wirken als Taufspruch und als Losung. Das Deuterojesajabuch dürfte – neben dem Psalter – wohl derjenige Teil des Alten Testamentes sein, in dem sich die meisten Passagen finden, die so direkt als Motto ein ganzes Leben begleiten können. Auf diese Weise  suchen diese Worte danach, sich wieder und wieder unter uns zu erfüllen. Jeder und jede von uns hat zumindestens eines dieser starken Worte des Deuterojesaja im Ohr

 

40,8: „Das Grass verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“

 

43,1 „Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst, ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein!“

 

42,2 „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen…“

 

44,6: „Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.“

 

Am Anfang sagten wir, dass das 55.Kapitel des Deuterojesajabuches eine jener Stellen des AT ist, die für viele Christen ihre persönliche Theologie und wohl auch ihre persönlichen Sinnlosigkeits- und Vergeblichkeitserfahrungen am prägnantesten formuliert. Aber Deuterojesaja verkündet nicht nur einen fremden, undurchschaubaren Gott, der von unseren Gedanken nicht erreicht wird. Sondern er redet zugleich von dem nahen Gott, dessen Wort unter uns nicht verstummt ist und nicht verstummen wird, sondern wirkt, wie es ihm gefällt.

 

 



[1] Übersetzungen hier und im folgenden nach dem revid. Luthertext, mit Modifikationen nach B.Duhm und H.-J.Hermisson.

 

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Letzte Änderung: 23.05.2018
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