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Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie Lehrstuhl Hoffmann

Schwerpunkt: Globales Christentum, interkulturelle und interreligiöse Beziehungen

Prof. Dr. Claudia Hoffmann

Sekretariat: 06221-54-3327
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Globales Christentum, interreligiöse und interkulturelle Beziehungen

Der Lehrstuhl widmet sich Transformationsprozessen des Christentums in globaler Perspektive und fragt nach den Bedingungen, Formen und Folgen religiösen Wandels in einer verflochtenen Welt. Drei Forschungsschwerpunkte gliedern diese Arbeit.

Religion und Migration wird in unterschiedlichen Perspektiven und Zusammenhängen untersucht. Im Zentrum stehen sowohl theologische, ökumenische und interreligiöse Fragen als auch intersektionale Verflechtungen und gesellschaftspolitische Relevanzen. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Migration Religion selbst verändert. Welche Transformationen theologischer Vorstellungen und religiöser Praktiken lösen Migrationserfahrungen aus und welche neuen religiösen Ausdrucksformen entstehen dabei?

Globale Christentumsgeschichte bildet einen zweiten Schwerpunkt. Strukturen des weltweiten Christentums werden hier insbesondere für Indonesien in kirchen-, missions- und religionsgeschichtlicher Tiefenperspektive sichtbar gemacht. Kooperationen mit dem Archiv der Basler Mission / Mission 21, dem Institut Agama Hindu Kaharingan und weiteren Partnerinstitutionen ermöglichen eine Forschung, die globale Verflechtungen und lokale Eigenlogiken gleichermaßen ernst nimmt.

Religion und Nachhaltigkeit greift eine Verschiebung auf, die in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit deutlich spürbar ist: Galt Religion lange als Hindernis für Modernisierung und Entwicklung, haben säkulare Akteure wie die Weltbank religiöse Faktoren zunehmend in ihre Arbeit integriert. Religiöse Gemeinschaften werden heute als wichtige Stakeholder anerkannt, nicht-materielle Ziele rücken auf die Agenda. Der Lehrstuhl untersucht diese Neupositionierung kritisch und fragt nach Chancen, Ambivalenzen und Grenzen einer solchen Zusammenarbeit.

Quer durch alle drei Schwerpunkte zieht sich die Auseinandersetzung mit Interkulturellen Theologien mit post- und dekolonialen Perspektiven. Die Frage, wer theologisches Wissen produziert, unter welchen Machtbedingungen und mit welchen Geltungsansprüchen, ist für den Lehrstuhl kein bloß akademisches Problem, sondern eine methodische und ethische Grundfrage der Religionswissenschaft und Interkulturellen Theologie.